Magdeburger Kodderschnauze

 
 

20.5.2018

Blitzjescheit

Juten Tach Kinnings,


wir können froh sein, dass wir so eene blitzjescheite Rejierung haben tun. Da kann keen andres Bundesland dran klingeln. Seit die CDU am Domplatz anner Täte ist, sitzt janz oben immer een janz Schlauer. Entweder hat een Professor aus der Kinderklinik das Saren, minimal aber een Doktor aus’m Physiklabor. Die wissen, dass Schlausein nix Doofes ist. Und desderwejen sorjen se dafür, dass in Sachsen-Anhalt keener in Schweinsjalopp durch die Kinderstube rammelt. Selbst als Göre von Familie Dummdei kannste bei uns von 6 bis 6 inne Kita jehn und musst dich nicht den janzen Tach Unterschichtenfernsehen rinziehn. Unter Hasis Knute kommste jar nicht drumrum, was fürs Leben zu Lernen. Bei uns jeht balle die Hälfte der Krabben uffs Jymnasium. Doch hinten kackt die Ente, wie mein Nachbar Henry immer saren tut: Wer ins Hasiland een jutes Abi haben will, der darf keen Mischmasch aus Esel und Kamel inner Birne haben. Bei uns brauchste mehr Jrips inne Jehirnwindungen als Fischkopp und Bayern-Bub zusammen. In Sachsen-Anhalt musste sechs Leistungskurse belejen, im Rest vons Land tun zweie reichen. In Sachsen-Anhalt jehn alle 44 Zeugnisnoten ins Abi in, die andern können acht davon locker in Skat drücken.


Und letzte Woche kam raus: Die schriftliche Matheprüfung dies Jahr war sojar für Mathelehrer zu schwer.


Ich sare Dich: Dahinter stecken Hasi und Tulli! Die wollen, dass aus Sachsen-Anhalt was werden tut. Statt früh uffstehen und inne Ursprünge der Reformation rumpolken, sollen wir Jenies werden wie Händel, Juericke, Telemann oder Willi Polte. Also muss jepaukt werden wie’s Böse. Manche von uns müssen uff Reisen (wie letzte Woche nach Israel) schon Strohhüte traren, damit sich die jeballte Intellijenz nicht verflüchtigt. Andererseits: Eener muss den Hut ja uffhaben.


Jedenfalls wirkt das hohe Nivea ans Abitur schon. Machdeburch hat es jeschafft, dass die Anzeijetafeln vonne MVB Tatsache die Ankunftszeit der Lektrischen anzueijen. Kaum zu fassen, was Anzeijetafeln bei uns alles so können. Das nenne ich jenial!


Totoal blickich ooch der Machdeburjer, der seinen Unfall inner Ottostadt mit ner Kamera uffjezeichnet haben tut. Bis vor’s BGH ist der jezoren, nur damit die Rotroben eenen Blick uff seinen Thriller werfen tun. Und Tatsache, die ham die Bilder aus seiner Auto-Minikamera als Beweismittel zujelassen. Und im jleichen Atemzuch jesagt, dass die Kamera uff jar keenen Fall immerzu loofen darf. Erst kurz vorm Knall darf jefilmt werden. Keen Problem für  Machdeburjer: Wer wenn nicht wir tut vorher wissen, was passiert.


Der jrüne Canehl wusste ja ooch schon vor Joahren, dass das mit dem Tunnel nicht klappen tut. Jetzt hat er Recht bekommen. Putins Maurer bauen binnen vier Joahre ne 19 Kilomter lange Brücke; Machdeburch braucht acht Joahre für nen 300 Meter langen Tunnel und Sachsen-Anhalt sojahr 25 für eene Autobahn.


13.5.2018

Superman Lutz

Juten Tach Kinnings,


den Bejriff Supermann kennt der Machdeburjer nicht. So eener mit Jeschick, jescheite Birne und joldenes Händchen nennt man hier Dollbräjen. Davon jibs nicht ville, aber wenn,  denn tut der Machdeburjer voll Bewunderung durch die Zahnlücke pfeifen. Passiert jaaaanz selten; so alle 200 Joahr. Een Machdeburjer Dollbräjen muss echt was uffe Kirsche haben. So was wie’n Mischmasch aus Juericke, Telemann, Jruson und Täve. Aber jetze: Nach paar Jahrhunderte ham wir willer so eenen rumherloofen: Lutze Trümper!


Ejal an was sich der jrößte Machdeburjer Dollbräjen der Neuzeit verbeißen tut – in seiner Joldpfote wird selbst der verfressenste ALB zum frommen Sozi. Der Lutze macht keene Spirenzjen (*1), der hat einfach den Boren raus (*2). Gucke mal: Joahrelang hat das Jurendamt mit die Kitaplätze rumjemährt (*3). Die waren jefragter als ne Trabi-Anmeldung zu Erichs Zeiten. Aber als das dem Lutze ibber die Hutschnur jing, war alles anders. Kaum macht der das Kita-Chaos zur Chefsache – schwuppsdiewupps werden mehr Kinderjärten inner Stadt jebaut als Autobahnkilometer ins janze Land. Na jut, Plätze for die Krabben (*4) jibs immer noch nicht jenuch, aber das kann man dem Lutze nun echt nicht anne Hacken schieben. Der hält sich doch mit’s Kinderkriejen ufffällich zurück. Obwohl’s schwerfällt.


Ooch am Barleber zieht er die Karre aus’m Trümpel. Seit zwee Saisons schwimm da mehr Aljen rum als inner Klötzer Aljenfarm. Aber außer dem Zander vonner Laubenpieper-Partei interessiert das keen Aal. Bis Lutze die Nerverei von den Dauercampern uffn Zopp jing. Bei ner Radtour um See hat er rausbaldowert, dass sein Bäderamt keenen blassen Schimmer hat, wie man Blau-Aljen die rote Karte zeigt. Also ist er wie Putin mit blanker Brust mutig rinjehüppt. Als er voller Aljen uffe Rübe rausjerobbt kam, hatte er’s uff der Zunge: „Hier fehlt Salz!“ Uffe Stelle und mit’s Händy hat er die vom Bäderamt uff den Trichter jebracht, einfach mal paar Tonnen Salz rinzukippen, damit der Phosphor bindet. Chefsache ehmd. Frühjahr 2019 jehts los. Der tut een Tempo vorlejen, da schlackerste mit die Ohrn.


Noch schneller jehts ja nun mit’m Tunnel. Kaum hatten die Brückenjauner vonne Familie Porr den Jungs vons Bauamt verklickert, dass der Tunnel uff keenen Fall vor’m Berliner Fluchplatz fertich wird, jings dem Lutze ibber die Hutschnur. Noch am selben Tach hat er seine Amtsheinis inne Wüste jeschickt: „Ich Chef, ihr wech!“ Als erstes hat er sich een Zweitbüro in Tunnelnähe anjemietet. Von da aus schielt er jeden Tach runter, ob da eener buddelt. Ich hab das Jefühl, seitdem jeht’s da zu wie in eenem Ameisenhaufen. Nur mit das Jeld klappt das noch nicht so richtich. Lutze zählt zwar wien Maikeeber seine paar Kreeten, aber für’n Tunnel reicht’s vorne wie hinten nicht.

Sein Meisterstück hat unser Dollbräjen aber letzten Sonntach abjeliefert. Noch am letzten Tach vor seinem Urloob hat der sich für die Machdeburjer Fußballfans jeopfert. Statt sein Köfferchen zu packen, hat er sich am freien Sonntach ins Rathaus jequält und das „joldene Buch“ aus’m Keller jeastet (*5). Damit von die jlückselijen Fans keener anjejraut aus die Latschen kippt  (*6) hat er verfügt: „Drinken is nur was for Fachleite“, also vor jar keenen. Ob nun Ratsempfang vor oder nach dem letzten Spieltach, ist doch jehuppt wie jesprungen - uffjestiejen ist uffjestiejen. Unjlaubliche 4.000 Fans ham vor lauter Jlück über Lutzes Jeschicke so laut jejubelt, dass im Dom die Scheiben jeklirrt ham. Domprediger Uhle-Wettler hat sich bis Ulepingsten krank schreiben lassen. Wejen Hörsturz.


Kodderschnauzes Lexikon:

*1) macht keene Spirenzjen – macht kein Federlesens

*2) hat den Boren raus – weiß, wie es geht

*3) rumjemährt - herumeiern

*4) Krabben - Kinder

*5) jeastet – schwer heben

*6) anjejraut aus den Latschen kippen – betrunken sein




29.4.2018

Jangster, Dollbräjen und Angsthasen

Juten Tach Kinnings,


in Machdeburch biste sicher und jeborjen wie in Abrahams Schoß. Die finstren Jesellen sind so jut wie dotjestorben. Vonne Statistik her fällt dich in Trümper-Town eher ne lektrische Bahn uffn Deetz (*1) als dass dich eener inne Labbe (*2) haun tun. Seit ibber zehn Joahre ham se uff die Straßen von Machdeburch so wenich jemeuchelt, jeraubt und verjewohltätigt wie jetze. Bis uff die Diebstähle aus Kellern und Dachböden – da jehts unjefähr so steil nach ohm wie die Zuschauerzahlen beim Club. Also vormeinswejen (*3) kann ruhich jede Woche een Marmeladenjlas an klebrije Pfoten hängen bleiben. Immer noch besser, als das se mir beim Müll raustraren eene übber die Rübe ziehn.


Wo sind die janzen Janoven nur jeblieben? Im Jarten jedenfalls nicht. Davon stehn zu ville leer. In janz Sachsen-Anhalt blüht in 20.800 Parzellen nur das Unkraut. Manche saren schon, dass der olle Kohl das jewusst ham muss, als er uns blühende Landschaften versprochen haben tut. Jut möchlich, dass die Jauner een janz neues Jeschäftsfeld entdeckt ham: Alusalz-Abbau. Davon tut unser Dollbräjen (*4) aus’m Rathaus balle paar hundert Tonnen brauchen. Um das ville Phosphor im einzijen See der Jejend uffzusauren, der des Nächtens leuchtet wie een Star Wars-Dejen. Weil man tonnenweise von dieses Alu-Salz brauchen tut, kann unser Dollbräjen erst im Frühjahr 2019 den Barleber retten. Bis dahin gucken die finstren Jesellen Salz wech wie früher unsre Flaschen-Elli (*5) leere Bierpullen. Eens sare ich dich, mehr sare ich dich jar nicht: Een kleenes Salzlarer brauchste dich jetze nicht im Keller anlejen. Das ist da nicht lange voll!


Uff der Suche, wie man aus Nix Jeld machen kann, ist dieser Tare ooch Landes-Jeizhals André Schröder. Dem jeht die Muffe wie dem Härtel letzte Woche. Die EU will 92 Millionen von ihmchen uff Kralle (*6) zurück. Um so ville soll Sachsen-Anhalt bei die Verjabe von Fördermitteln, na saren wir mal freundlich, rumjetrixt haben. Am Dollsten eener, der „von der Osten“ heeßt, aber aus’m Westen kommen tut. Als Chef vonner IBG hat der den Zaster an jute Kumpels rausjehaun und sich woll selbst ooch was jejönnt. Nun hat Schrödi die A-Karte. Ich hab läuten jehört, dass er schon beim neureichen Kallnik rumjeschlichen ist. Wollte von Blau-Weiß die 7 Mille Fernsehjeld schnorren. Da war der aber schief jewickelt – Kalli hat die Taschen schneller zujenäht als Schwede loofen kann. „Schrödi“, hat er jesagt, „kannst ja uff uns wetten.“


Juti, denn Wetten sind die Woche willer im Kommen. Die Rennsaison im Harrnkruch (*7) ist in Jange. Uff den Fertigstellungstermin vom uffrejendsten Tunnelbau seit den Pyramiden von Gizeh kannste ne Millionenwette abschließen. Noch nie war so offen wie heute, wann Bus und Bahn da in echt durchrattern können. Wer da inne Glaskurel was sehen tut, der rettet dem Schrödi den Hintern. Apropos Hintern; den verwettet jerade unser Lutze: „Wetten, dass es zu Massenkrawallen kommt, wenn die Uffsteijer am 5. Mai jleich nach’m Spiel vom Rathaus winken?“ Also hat der Bürjermeester die Kicker ausjeladen, um se een Tach später willer inzuladen. Mit Konfettikanone, Riesenbühne und literweise alleholfreies Bier. Vorher mit Taschenkontrolle und Rucksackwegnahme. Bei so ville Stimmungskillern wollen ville Fans schon jar nicht mehr hin. Jetzt tun se überlejen, ob se die Fußballfans mit das Pokalfinale der Machdeburjer aus Hamburch locken können. Jerechte wär’s.


Kodderschnauzes Lexikon:

*1) eenen uffn Deetz kriejen – einen auf den Kopf bekommen

*2) Labbe - Mund

*3) ormeinswejen - meintwegen

*4) Dollbräjen – Alleskönner, großartiger Mensch

*5) Flaschen-Elli – Magdeburger Original aus den 80er Jahren

*6) uff Kralle – bar auf die Hand

*7) Harrnkruch - Herrenkrug



22.4.2018

Spoaßkasse

Juten Tach Kinnings,


Die Sparkasse macht mich Spaß. Ab Ende des Joahres jibs keene Puperatze (*1) mehr in die ihre Filialen. Jeld holen vonner Sparkasse? Kannste knicken (*2)! Anjeblich ham die mehr Schiss (*3) als Vaterlandsliebe. Machen sich een Pup ins Hemde, weil ja mal eener kommen könnnte; um mit Omas oller Strumphose über der Birne und ner Knarre unterm Arm alles wechzugucken. Da lassen se eben jar keen Bares mehr unterm Tische rumherliejen. Wer Knete braucht, kann ja an Automaten loofen. Und wer mal bisschen mehr ausschettern will, der muss sich mit Frau Bank O’Mat anfreunden. Die schmeißt dich die Kohle raus. Jerne ooch mal paar tausend uff eenmal – in kleene Scheine. Musste aber paar Wochen vorher anmelden, weil die sind da chronisch knapp bei Kasse.


Und das soll ville besserer Service sein!? Ja halten die Klapsköppe uns echt alle für plwm plem? Jlooben die in echt, dass der Machdeburjer so mit dem Klammerbeutel jepudert ist, dass der die das abkoofen tut? Was soll’n das für’n Service sein, bei dem man sich in die proppevollen Filialen in ellenlangen Dreierschlangen die Beene in Bauch steht, um ans Ende doch alles alleene rinzuklimpern? Da wird ja ne Mumie schneller schwanger, eh man beim Adelmeyer vons Eck hardt harte Währung insacken kann.


Ne echt mal: Das ist keen Service, das ist Quark! Mich tun die armen Mädels leid, die bisher am Schalter Oma Erna beijestanden ham. Und jetze mal Butter bei die Fische: Was sollen die Damen hinterm Schalter eijentlich den lieben langen Tach noch machen? Schief lächeln oder doof gucken? Jede Wette: In paar Monaten siehste in keener Filiale mehr ne Frau im schwarzen Kostümchen. Warum zieht die Banker-Bosse eijentlich keener die Hammelbeene lang für so eene Jemeinheit? Oder ham die wie in Stendal ooch heimlich eenen Weinkeller, wo se sich mit ihre Uffsichtsräte fröhlich een hintern Knorpel kippen? Sollten libber mal ihre Filialen beoorenscheinigt! Denn sehn se doch die ewich langen Schlangen vor jeden Schalter.


Mich macht das janz meschugge: Seit 1823 rejelt die Sparkasse das mit das Jeld vonne Machdeburjer. Schon mein Urjroßvater hat seine paar Piepen dahin jetraren. Aber immer jings um echtes Jeld und um richtije nette Menschen. Heute jehts die nur noch ummen Kontostand.

Wenn ooch andere was von Service naddeln, aber keenen mehr bieten, denn kriejen wir Machdeburjer uns balle vor lauter Spitzen-Service jar nicht mehr in. Wenn die Woche sojar schon die Stadt behaupten tut, dass unsere Plätze ville jemütlicher sind, wenn paar Springbrunnen nicht sprudeln, denn weeßte Bescheid. Aber wWarum ausjerechnet der Wassertisch uffn Moritzplatz nicht mehr sprudelt? Wahrscheinlich, weil keener unseren rumänischen Jästen eenen Abwaschtisch mit fließend Wasser jönnen tut.


Ich fürchte, es jibt balle Jaststätten ohne Essen. Wird denn als besserer Service verkooft, weil von nix uff Teller keener flotten Otto kriejen (*4) kann. Denn dauerts ooch nicht mehr lange, bis die ersten Supermärkte Fressalien (*5) aus die Rejale schmeißen. Ist eh besserer Service –muss sich niemand mehr mit dem Kram abasten und tut Rückenbeschwerden kriejen. Der Dom ohne Kanzel und schwupps, brauchste nicht mehr daran jlooben. Fußball ohne Ball – und keener fällt vor Uffrejung unsrem Jesundheitswesen zur Last. Käme nur jerade nicht so jut in Machdeburch. Bei uns wird im Oorenblick keener von Fußball krank, sondern jlücklich.


Kodderschnauzes Lexikon:

*1) Puperatze - Geld

*2) Kannste knicken – kannste vergessen

*3) Schiss haben – Angst haben

*4) flotter Otto - Durchfall

*5) Fressalien - Lebensmittel



15.4.2018

Janz besondre Menschen

Juten Tach Kinnings,


Micha Hoffmann, der Dollbräjen (*1) aus der Sudenburch is Schuld an alles! Ich wette, dass er die villen tausend Bäume uffn Jewissen haben tut, die seit seiner Schreibwut unter dem Slogan „Otto (je)fällt“ umjenietet wurden. Ratzfatz (*2) ist Machdeburch von Platz 2 der jrünsten Städte Deutschlands uff Rang 70 durchjereicht. Nur noch 54,3 Prozent vonner Kulturhauptstadt in spe ist mit Vejetation bedeckt –jrüne Dachjärten injerechnet. Kannste ins Internet uff die Seite der Berliner Morjenpost nachschnökern (*3). Da hilft ooch Hoffmanns Pillepalle (*4) mit die Blumenampeln anner Halber nüscht. Das janze Holz musste ins Zellstoffwerk Arneburch, wo se borenweise Schmierpapier draus jemacht ham.


Seit der letzten Stadtratssitzung wissen wir, was der Micha mit dem janzen Polter (*5) machen tut: Er bekritzelt es nachts, wenn seine Anjetraute Ruhe jibt und er keen Oore zukneisten (*6) kann. Und zwar mit Anträjen. Und damit piesackt (*7)  er den Stadtrat. Keener kliert (*8)  so ville zusammen wie Micha. Zur neuen Stellplatzsatzung sind ihm sare und schreibe 51 (- in Worten: einundfumzig -) Änderungswünsche injefallen. Also entweder ist der Micha der jrößte Stadtschreiber seit Ete Weinert oder een Schaumschläjer. Ich könnte mich sojar vorstellen, dass das kleene Hoffmännchen ausm Hansapark ooch seine Fingerchen bei der Cyanisierung vom „Barleber“ mit drinne haben tut. Der braucht zum Uffpinseln ja Farbe...


Ich sare ja: Stadträte sind keene Normalos. Stadträte sind wecke, die die Intellijenz mit Suppenkellen jefressen ham und alles vastehn, wo für uns Otto Normalo die Jrütze ins Jehirn fehlt. Wenn so eenem Stadtrat eener verquer liejen tut, denn macht der eenen Uffriss (*9) als wär nicht der Stadtpark, sondern sein Schreberjarten von den Wildschweinen umjejraben. Um so een wildjewordenes Schwein zu stellen, da rebbelt sich so’n Stadtrat uff (*10) wie Flaschenelli beim Heimspiel vom Club. Letztens der Kolleje Hitzeroth aus Lümmel-Lemsdorf. Jedes Mal, wenn der am „Stadt Prag“ vorbei uffen letzten Poeng (*11) ins Rathaus anjestiefelt kam, hat der sich die Birne am MVB-Kiosk jerammelt (*12). Nach der dritten Beule hat ihn sein Doktor ins Jebet jenommen: So jinge das nicht weiter. Noch ne Beule, denn tut der Kneisel (*13) nen Sprung inner Schüssel haben. Das wollte er nicht, also hat er wie das Hoffmännchen uffjepinselt, dass der Kiosk wech muss. Wejen dieser jrandiosen Idee hat ihn das „DATEs“ sojar zum „Machdeburjer des Monats“ jekürt. Und zu Recht!


Ich kann nicht verstehen, warum die Räte so jar nüscht fürn Jensi seine Koppnüsse übrich ham. Sein Abrissantrach landete nämlich inner Tonne. Jensi Rösler, der SPD-Oberindianer ins Rathaus, konnte nicht fassen, dass die Volksstimme von Rohrkrepierer und Schnapsidee schrieb. Da hat er woll Recht: Es darf nicht bequem sein, wenn man mit unsren jroßartijen Bimmelbahnen durch die Stadt juckeln (*14) will. Wer so was Schönes erleben will, der muss für eenen Fahrschein ooch was tun. Zum Beispiel loofen, bis die Sohlen qualmen.


Kodderschnauzes Lexikon:

*1) Dollbräjen – großartiger Mensch/Alleskönner

*2) Ratzfatz - blitzschnell

*3) nachschnökern - nachlesen

*4) Pillepalle - Kleinigkeit

*5) Polterkram – unnützes Zeug

*6) zukneisten – zumachen/schließen

*7) piesacken - ärgern

*8) hinklieren – schnell aufschreiben

*9) Uffriss machen – für große Aufregung sorgen

*10) uffrebbeln – sich sehr engagieren

*11) uffen letzten Poeng – in letzter Minute

*12) jerammelt – gestoßen

*13) Kneisel - Kopf

*13) durch die Stadt juckeln – durch die Stadt fahren



potzblitz –


8.4.2018

Nachjezählt

Juten Tach Kinnings,


potzblitz – Mittwoch hat’s in Machdeburch jekracht als wär Silvester und Pyro Games uff een Tach jefalln. 800 Inschläje an eenem Ahmd – so ville hat nicht mal die Wobau uff ihrem Richtfest am Dom jeschafft. Die Donnerschläje vom Mittwoch ham Trümpers Truppen jleich mit aus’m Winterschlaf jeschreckt. Seit Mitte der Woche sind die so kribbelich (*1) wie’n Steffen Schüller beim Anblick von eenem schwarzen Pudel im Elbauenreich. Ostern ist doch Tatsache ne Töle (*2) kackfrech am injedrusselten (*3) Uffpasser vorbeijewieselt und hat jenau untern Sandmann... Am Schlimmsten war, dass Bello ausjerechnet in dem Momang (*4), als Jartenpartei-Zander die Blumen beim Wachsen zuhören wollte mit seiner Bellerei für ohrenbetäubendes Jetöse jesorcht hat. Hunderte Besucher ham sich vor dem Kläffer inne Buchse (*5) jemacht und sind vor Angst aus’m Jartenreich raus, um sich an den langen Kassenschlangen in Sicherheit zu bringen. So kamen die, die rinwollten mit die, die draußen bibbernd standen, ins Jehege. Balle ne jeschlarene Stunde hat’s jedauert, bis man een Ticket fürs Spektakel erjatterte.


Die Blitzerei vom Mittwoch hat soajr das Rathaus-Professorchen uffjeschreckt ham. Jleich am nächsten Tach rannte er janz uffjebracht inne Stadtratssitzung und hat dabei mit Stücke Papier jewedelt. Die Linken dachten, der kommt mit ‘nem Telejramm von Lenin, die SPD jloobte, der winkt mit ’nem Lieferschein für 10 Tonnen roter Fassadefarbe und die CDU hoffte uff een Zuschlach für die nächste Murmel-WM. Aber nix da: Die Trantüte (*6)  hatte nur jeschnallt, dass die janzen Krabben (*7), also die Früchte Machdeburjer Lebensfreude, nun balle inne Schule kommen. Da wurde der Puhle janz meschugge (*8) und hat sich nicht länger von seinen Schulplanern inlullen lassen. Nee, der hat Tatsache selbst nen Taschenrechner rausjepuhlt und nachjerechnet: Ab 2019 jibs 2.000 Inschüler. Huch, dacht er sich, da fehlen ja pro Jahr 200 bis 300 Plätzchen an Jrundschulen. 2012 sojar 600! Das Puhlchen ist zwischen zwee Blitzen die Kinnlade runterjeklappt. Hätte nicht jerade hinter ihm Sozialtantchen Simonchen Borris Museumsbücher uffjestapelt – der wär’ vor lauter Muffensausen (*9) ummefallen wie mauserappeltot (*10). Jottseidank hat Simonchen ihren Matze uffjefangen und mit ner Pulle Schluck jetröstet. Er soll sich jetze nur keene Bramme (*11) machen, dass ihm die Stadträte die Hammelbeene langziehn. Sie würde alle Schuld uff sich nehm. Schließlich hat sie ihm ja immer damit in Dudeldei jeredet, dass die Kita-Krabben mit Sechse in die Welt jehn. Und nicht inne Schule. Nun, wo das Been dicke wird, muss das Professorchen holderdipolter paar Schulen aus’m Hütchen zaubern. Sonst tut der jroße Chef ins Rathaus Kopprasseln (*12) kriejen, die sich wie’n Panzer uff Koppsteinpflaster anhörn.


Das Professorchen hat ooch schon paar fixe Ideen: Weil in Sachsen-Anhalt jeder dritte Azubi die Lehre abbricht, will er Berufs- zu Jrundschulen machen. Man muss nur dafür sorjen, dass die jar nicht erst mit der Ausbildung anfangen. Jemeinsam mit Steffen Schüller soll die Jurend für die neue Hunde-Jachd-Staffel bejeistert wern. Das Professorchen will sich ooch für een Ende von Circusmuseum und dem „Saftladen“ des Inabis-Projekts jejen die Alkoholsucht insetzen. So jibs uffe Schnelle Klassenräume jede Menge.


Was, das kannste nur noch mit drei Acht uffn Kessel (*13) ertraren? Jenau – und damit das ooch der letzte Suffkopp nicht mehr mitkriejen tut, muss der „Saftladen“ eh weg.


Kodderschnauzes Lexikon:

*1) kribbelich - aufgeregt

*2) Töle - Hund

*3) injedrusselt - eingeschlafen

*4) Momang - Moment

*5) Buchse – Hose

*6) Trantüte – vergesslicher Mensch

*7) Krabben – Kinder

*8) meschugge – verrückt

*9) Muffensausen – Angst haben

*10) mauserappeltot – unrettbar tot

*11) Bramme – Kopf

*12) Kopprasseln – Kopfschmerzen

*13) drei Acht uffn Kessel - betrunken sein



1.4.2018

Haste Knick inne Pupille?

Juten Tach Kinnings,


dass man Ostersonntach das Langohr unjestraft veräppeln kann, kommt ja unjefähr so ofte vor wie uns Lutze aus die SPD austritt. Diesjoahr isses mal willer soweit. Der Hase hoppelt uff een 1. April rumher. Desderwejen pass schön uff, wenne meine Kodderschnauzte lesen tust – een Aprilscherz kannste rausbaldowern (*1). Jarantiert echt ist aber, dass die Leutchens in Wulkau mehr Eier haben als die janze Jurkentruppe vom HFC zusammen. Den jrößten Boom (*2) ins Dorf behängen da alle mit Eier – diesjoahr wollen se insjesamt 1900 Stücke anbammeln. Da krisste een Klappoore (*3). Es hätten also keene Vorelhäuschen sein müssen, um Machdeburch ins Juinnesbuch zu bringen. Andererseits: der jrößte Eierboom des Universums wär’ eh daran jescheitert, dass wir hier ville libber Bäume umhauen als behängen.


Apropos hängen: Abhängen kannste bei unserer Polente schon seit Joahren nicht mehr. Dafür ham die IT-Experten mit dem Knick inner Optik vom Domplatz jesorcht. Seit die Eröffnung des sojenannten virtuellen Polizeireviers rammelt kaum noch een Beklauter in echt zum Wachtmeester, sondern schickt die Anzeije per Handy anne Staatsmacht. Aber unsere Polente ist ja nicht VW. Bei uns wird jeder Betruch bearbeitet. Dummerweise ist die Software bei der Polizei balle so lange im Dienst wie Lutze Trümper und deshalb in etwa so langsam wie der Verfall der Hyparschale. Da die tolle Technik von jestern nich mal hinkriejen tut, die Anzeijen an das Revier zu leiten, was dafor zuständig ist, sitzt een janzes Heer uffjeweckter Beamter beim LKA vor Windows X-Monitoren. Alleene das Auseinanderklamüsern (*4) der Örtlichkeit und das Weiterleiten per Brieftaube braucht 20.000 Mannstunden im Joahr. Jetzt haste unjefär ne Kennung dafor, warum du nur bei Fußballspielen noch Polizisten uffer Stroaße siehst.


Ist ja schon mal jut, wenn man weiß, woran es liejen tut. Ist wie bei Ottos Badewanne. Da wissen wir inzwischen, warum der „Barleber“ blauer als die Adria ist und nachts leuchtet wie tausend Knicklichter zu Halloween. Trümpis Truppen haben  rausbaldowert, dass dem See im Jrunde nix fehlt – außer paar Tonnen Aluminiumsulfat. Das wusste der Bademeester schon vor 30 Joahren und hat 480 Tonnen dardavon ins Wasser jekippt. Seitdem war Ruhe, weil das Zeuch, was du ooch als E520 an Obst- und Jemüseschnitt im Supermarcht findest, alles kurz und kleen jemacht hat. Seit die Schrotthändler jeschnallt haben, dass der Aluabbau im See paar Piepen abwirft, vermehren sich die Cyanobakterien willer wie die Hasen zu Ostern. Ich hab läuten jehört, dass die Dalbertsche vom Domplatz Lunte jerochen hat. Die will jetze zwee Fliejen mit eene Klappe schlaren: VW soll die Karossen der Betrüjerdiesel klitzekleen häckseln. Die Alukrümel werden denn mit Schwefelsäure zu Sulfat verningelt (*5) und dann vom Hubschrauber in den See jekippt. VW will jroßzüjig sein und mit fast 1000 Tonnen vorbeifliejen. Damit bleibt der See für die nächsten 60 Joahre kloar wie Kloaßbrühe. Nur uffn Jrund – da könnte sich ne Schicht Alufolie bilden ...


Kodderschnauzes Lexikon:

*1) rausbaldowern – herausfinden

*2) Boom - Baum

*3) Da krisste een Klappoore – da staunst Du

*4) auseinanderklamüsern – eine verworrene Sache erklären

*5) verningeln – zusammenmischen

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25.3.2018

Spoaßkasse macht Ernst

Juten Tach Kinnings,


unsere Spoaßkasse hat die Notbremse jezoren. Weil die Leutchens die ihre Jeldautomaten mit einarmije Banditen und den Kontoauszugsdrucker mit nem Plumsklo  verwechseln. Ab sofort wird janzenjar (*1) verrammelt. Die Spoarfüchse verbarrikadieren ab Inbruch der Dunkelheit vier ihrer Jeldspielhallen. Also in die, wo es immer aussieht wie bei Hempels unters Sofa. Und das ist dorte, wo die Leutchens keene Benimmse (*2) mehr ham tun: Am Hassel, inner Leipzijer, anner Lübecker und in Schlopenhausen, ooch als Otterslehm bekannt. Damit sind die Hochburjen der orjanisierten Jammelei (*3) von Machdeburch bekannt. Was die beeden Spoaßbremsen Jens und Uwe damit anjerichtet ham, ist die beeden Jnitschköppe (*4) der jrößten Ottostadt des Universums noch jar nicht janz zu Bewusstsein jekommen. Denn der Ausschluss vom Jeldstrom bei Nacht zieht Kreise bis nach janz ohm. Jloobste nicht? Denn lies ma weiter:

Kaum sind die Jeldhallen dichte, schnellen die Jrippezahlen wie nie inne Höhe. 1066 frierende Sparkassen-Kunden hat’s binnen drei Wochen beim Anstehen vor’m Automaten inne Kälte schon umjehauen. Wie die Fliejen kippen die aus die Latschen. Maco tut schon überlejen, Matratzen hinzukarren. Alle Krankenhäuser sind bis unters Dach volljestoppt mit verschnuppten Elbestädtern.

Die Landesrejierung hat jleich nächsten Tach reajiert und ne Eilbestellung uffjejeben. Uffe Schnelle muss een zweiter Polizeihubschrauber her. Nur so kann man noch die Übersicht behalten, vor welchem Automaten sich die Jrippe-Opfer jerade stapeln. 11 Millionen lässt sich Holjer die Volksjesundheit kosten. Wetten, dass der Ufftrach an eene befreundete Reinijungsfirma zum täglichen Wienern der Schalterhalle billijer jeworden wäre!

Machdeburchs Müllfahrer ham ooch jleich nach Ausrücken des Spoarkassen-Schließkommandos jestreikt. 130 Beschäftigte wollen 6 Prozent mehr Jeld. Kann ich verstehn, schließlich müssen die jetzt den janzen Rotz wegmachen, der sich nun morjens vor den ec-Automaten ansammelt.

Alle die, die sich nachts jern bei die Spoarkasse uffwärmen tun, ham sich sofort jejen die Zeitumstellung ausjesprochen. Anders jesagt: 73 Prozent der Machdeburjer sind dajejen, weil es so abends uffer Stroaße länger warm bleibt.

Vor lauter Verzweiflung, dass sie nachts nicht mehr an ihr Jeld kommen, sind die Woche zwei Stroaßenbahnfahrer vor Wut und volle Pulle jejen Autos jekracht. Am Mittwoch in Stadtfeld hat eener eenen Notarztwaren jeküsst, am Donnerstach een anderer eenen Lkw an der Strombrücke.

Sojar die Stadtverwaltung macht schon Näjel mit Köppen. Der Ersatzneubau für die Jieselerhalle soll nun keene 1800 Sitzplätze mehr kriejen, sondern nur noch 1048. Damit können sich winters 752 frierende Machdeburjer wenijer jede Nacht inne Halle uffwärmen und alles dreckich trampeln. Das ist jenau die Zahl, die sich in die vier Spoarkassen-Automatenvorräume die Füße vertreten ham. Pro Joahr.

Aber es jibt Hoffnung! Und die tut uns Rolfi Oesterhoff aus Rothensee jeben. Der verbrennt jetzt jeden Mittwochabend unverzollte Zijaretten. Die Spoarkasse hängt uff Rolfis Wunsch Fluchblätter mit die Brenn-Termine an ihre Automaten. So wissen alle Frierkatzen, wo sie sich mal die Hände wärmen können.


Kodderschnauzes Lexikon:

*1) janzenjar – ganz und gar

*2) Benimmse - Benehmen

*3) jammeln – gammeln, abhängen, faulenzen

*4) Jnitschkopp - Geizhals



18.3.2018

Halbe Sachen

Juten Tach Kinnings,


im Sandkasten von Mammendorf hamse letzens paar janz doll anjejammelte Steine ausjepuhlt (*1). Die warn schon so anjejangen, dass man mits bloße Oore kleene Kratzer erkennen konnte. Jenau das Richtije for Arscholoren. Die warn schneller ran als een Schwein loofen kann. Seitdem sind die mit Schippe und Pinsel ständich in Mammendorf zujange (*2), um rauszubaldowern (*3), wer woll vor die Mammendorfer hier rumherjestiefelt ist. Und die ham Tatsache Zeuchs jefunden, dass ehm die Sproache verschlaren tut: Fährten und Scharrspuren von verjleichsweise kleenen Saurier, die vor 260 Millionen Joahren die Jejend hier unsicher jemacht ham. Soll sich um Hundszahnsaurier jehandelt ham; der Prontolore (*4) hat für unsereenen das so jenannt: „Der Procynoruchus ist halb Echse, halb Hund!“ Typisch Sachsen-Anhalt – von hier kommt nüscht Halbes und nüscht Janzes.

Und das ham wir uns ibber paar Millionen Joahre bis heute bewahrt! Immerhin ist die Versorjung des Volks mit schnellem Internet beinahe so steinzeitlich wie der halbe Hund aus Mammendorf. Man jerade 52 Prozent der Häuschen vons Hasiland kann schneller als mit 50 Mejabite ins Internet rumrudeln – der Rest schnarcht sich so lala umme Ecke. Dabei war Hasi sich janz sicher, dass er den Wettlauf mit Frau Ijel aus Berlin noch 2018 jewinnt und 100 Prozent ans schnelle Netze bringen tut. Pustekuchen –verschoben uff 2020.

Jenauso jeruhsam jehts ooch mit die Instandsetzung unserer Burjen, Schlösser und Domen voran. Laut Kulturstiftung Sachsen-Anhalt komm se bei 18 von die wertvollen Bruchbuden einfach nicht weiter. Keene Leute, keene Leute. Ist zwar nicht janz so schlimm wie zu Procynoruchus-Zeiten, aber balle wie bei Erich. Damals jabs zwar jede Menge Hammer und Sichel, aber keenen, der damit umjehn konnte. Das färbt bis uffn Wohnungsbau ab – hunderte Obdachlose in Nord warten schon seit Monaten dardadruff, dass der Jammel-Sechzehner anner Ziolkowskistraße willer uffmacht. Vorläufich muss weiter jefrorn wern, denn es findet sich nicht een einzijer Handwerksbursche, der ne 50 Meter lange Fluchttreppe schrauben kann.

Stattdessen sorjen unsre Spezies dafür, dass in paar Millionen Joahren ihre Jeistesblitze eene Sonderausstellung im Museum füllen. Unser Innenminister hat letzte Woche so lange uff eenen Bleistift aus Stendal rumjekaut, bis jenuch jeheimnisvolle Fährten- und Scharrspuren drinne warn. Die sollen den Prontoloren in ferner Zeit vertickern, dass een jewisser Holjer Stahlknecht die Beschupperei mit Briefwahlstimmen für alle Zeiten beendet hat. Der setzte nämlich seine jeniale Idee inne Tat um, jeden eene Brieftaube zu schicken, für den schon een anderer per Briefwahl drei Kreuze jemacht hat. Und zwar von janz alleene - sozusaren von Jeisterhand. Schon in hundert Joahren wird der helle Holjer in eener Reihe stehn mit Luftpumpen-Otto, Jrünpflanzen-Jruson und Tasten-Telemann. Ach, was rede ich da – in eener Reihe mit die jrößten Unterhalter aller Zeiten: Jacob Jrimm, Baron Münchhausen, Otto Waalkes. Nie willer wird es dank Holjer möchlich sein, dass seine schwarten Kumpane mehr als 1000 Wählerstimmen fälschen tun.

Was tust du jerade denken? Sachsen-Anhalt hat nen Vorel? Ist balle soweit; denn ham wir schonmal jenüjend Vorelhjäuschen für die villen Piepmätze. Spätestens am 23. Juni – wenn Machdenurch mit 4.000 Vorelhäuschen Moskau den Rekord der längsten Vorelhauskette abjaren tut. Een Rekord für die Ewichkeit. Fehlt bloß noch eener, der das in eene Tonschicht bei Mammendorf ritzt. Ich tippe uff eenen, halb Hase, halb Knecht.


Kodderschnauzes Lexikon:

*1) ausjepuhlt – herausgeholt

*2) zujange sein – in Gange sein

*3) rausbaldowern – herausfinden#

*4) Prontolore – Paläontologie



11.3.2018

Plaketteritis

Juten Tach Kinnings,


da fällste ja balle locker vom Hocker, wenne hörst, wie infallsreich die Leutchens ausm Umweltbundesamt sind. Von wejen „Baumann & Clausen“. Immer mehr von die Bürohengste sind jerissener als een Jebrauchtwarenhändler und jewiefter als ne Drückerkolonne.  Ob die beim ersten Sonnenschein so ville Farbe abbekommen haben tun, dass se nun unsere Autos mit neuen Plaketten so bunt wie’n Rejenboren machen wollen? Blaue und hellblaue Plaketten für alle Saubermänner uff vier Räder! Na, so bunt kann Leben sin. Mein Nachbar Andy hat die Sache jleich zu Ende jedacht: „Fehlt nur noch der Vorschlag, dass ab sofort alle eine weiße Armbinde tragen müssen, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen, obwohl sie zu Hause einen alten Diesel rumstehen haben.“

Mannomann, hab ich jedacht – jetzt jehts los, in Deutschland bricht die Plaketteritis aus. Wenn erstmal Trümpis Truppen mitkriejen, wie jenial einfach man mit ner Kennzeichenpflicht die Spreu vom Weizen trennen kann, denn hat hier balle jeder drei Uffkleber anner Scheibe oder uff der Stirne.

Thommy Webel, was unser Verkehrsminister ist, dem würde ich sofort und ohne Federlesen die blütenweiße Lebensretter-Plakatte mit ‘nem roten Kreuz inne Mitte vermachen. Mit nem funkelnarelneuen Warnsystem will er in sein Sachsen-Anhalt 40 Prozent der Verkehrstoten insparn. Cool – und nur, weil er jede Wanderbaustelle und Jrasmäherabteilung ins Navi oder im Autoradio anzeijen lässt. So verpennt kaum noch eener das Bremsen.

Eene jrüne Plakette der Hoffnung pappen wir allen Mitarbeitern des Elbauenparks anne Karren. Denn sie sind die letzte Hoffnung unserer Schausteller, dass sie weiter in Machdeburch ihre Karessells uffbaun können. Und damit das balle jeder wissen tut, jeht der Elbauenpark voran und narelt an den Holzturm die längste Seilrutsche östlich der Elbe. Ab 30. März kannste da von 43 Meter Höhe inne Tiefe rasen. Dauert keene 30 Sekunden – das ist fast so schnell wie im Mai alle Machdeburjer stolz ne „Joldene Plakette“ rumherfahrn können. Vorausjesetzt, Machdeburch tut als Sportstadt für Uffrejung sorgen – wenn die Handballcracks EHF- und DHB-Pokal insacken und die Kicker-Kollejen Tatsache inne „Zweete“ ruffklettern.

Die „Schwarte Plakette“ ist ooch schon reserviert – für Hartmut Beyer und Konsorten aus’m Umwelt- und Jrünflächenamt. Bei denen kannste eh nur noch schwart sehen – die haun jeden Baum um, der nicht schnell jenuch von alleene umfallen tut. Seit letzte Woche ham die echt die Fällung von die letzten 32 Linden uffn Nicolaiplatze zujestimmt. Ich kann das jar nicht mehr fassen: Was sich der Schlitzoorenkäfer nicht holt, dass holt sich der Beyer mit Eier.

Die schönste Plakette – das ist die Jelbe mit drei schwarten Punkten – die jibs für die Schulplaner in Lutzes Lachkabinett. Die ham doch Tatsache für ville Jeld von eener schwedischen Erbenjemeinschaft das Jrundstück jleich neben die Ottersleber Jrundschule jekooft. Und nur, um sich jetze von die Stadträte Carola Schumann und Jürjen Canehl saren zu lassen, dass das Jrundstück ville zu kleen für eenen Schulanbau ist. Also mit dieser Nummer kommt mein Machdeburch ins Fernsehen. Zu „Mario Barth deckt uff!“

 

Der nicht ganz ernst gemeinte Wochenrückblick aus der Ottostadt Magdeburg erscheint (fast) jeden Sonntag im Magdeburger General-Anzeiger. Nachfolgend die aktuellen Veröffentlichungen.