Magdeburger Kodderschnauze

 
 

14.10.2018

Jlücksjefühle ins Hasiland

Juten Tach Kinnings,


Sachsen-Anhalt ist jlücklicher denn je. Hat die Deutsche Post ausbaldowert. In ihrem Ufftrach wird jedes Jahr der „Deutschland-Jlücksatlas“ zusammenjefriemelt. Und zum ersten Mal ist Sachsen-Anhalt nicht uff’n unjlücklichen letzten Platz jelandet! Wir sind Vorletzter!!!! Vor lauter Jlück hat unser Ministerpräsident inner Staatskanzlei die Korken knallen lassen. Die war’n da nach sechs Schampus intus so was von Happy.


Die unjewohnten Jlücksjefühle färben ooch janz schnell ab. Iberall ins Hasiland loofen die Leutchens uff eenmal nicht mehr mit ner Labbe rumher, sondern mit nem Jrienefitz bis anne Nasenspitze. Jens Strackeljahn zum Bleistift, unser Uni-Rektor, kam die janze Woche aus’m Strahlen nicht mehr raus. Mit Frack und Flieje durfte er sich eenen der bedeutendsten Preise von Sachsen-Anhalt abholen – den von Ottostadt und Arbeitjeberverband jestifteten „Preis für Hervorragende Verdienste bei der Entwicklung der Gründerstadt Magdeburg“. Dotiert mit dem Mords-Preisjeld von 1.000 Euronis. Der Strackeljahn hatte echt zu tun, die janze Penunse vom Festakt innen Uni-Tresorkeller zu asten. Durchjeschwitzt bis uffs Unterhemde hat er jleich verkündigt, das das fette Preisjeld als Stipendium jestiftet wird. Ich musste erst ibberlejen, ob er jetze die Preisstifter oder den Studenten verkackeiern will...


Mit dem Zaster kann die arme Sau maximal fünf Monate die Miete für seine 35 Quadratmeter klitzekleene WG-Bude bezahlen. Ja, wenigstens die Schnapper-Mieten machen Studenten jlücklich. Nirjends woanders kannste so jünstich rumschnarchen als bei Otto. Jar keen Verjleich zu Leipzig, wo se den armen Studenten-Schluckern 240 Euros für 35 Quadratmeter abnehmen, oder jar Köln mit 420, oder erst München mit 600.


Das wiederum macht Dieselfahrer in Stadt und Land jlücklich. Je mehr Studenten sich hier rumhertreiben und wejen leerer Taschen libber mit die Drahtzicke durch die Jegend karriolen als mit Diesel-SUV, desto sauberer die Luft. So lange die Preisjelder so mickrich sind, können sich Studenten keene Autos leisten; desderwejen drohen keene Fahrverbote wie in Berlin. Wenn das so bleiben tut, denn müssten wir als Diesel-Stadt nächstes Jahr im Post-Jlücksatlas eijentlich janz weit vorne uffkreuzen.


Da kannste von Jlück saren, dass du Sachsen-Anhalter sein tust. Hier beschützt dich unser besorgter Verkehrsminister als Autofahrer und alle unsere niedlichen Wildschweine vor jroßen Jefahren. Bisher kracht es jedes Jahr 14.000 Mal zwischen wilder Sau uff vier Rädern und schnellem Rehkitz uff vier Pfoten. Doch jetzt, wo das Pfeifen im Walde in Sachsen-Anhalt een Zuhause hat, wird’s jarantiert besser. Mit den neuen pfeifenden und blitzenden Wildwarnern traut sich keen Schwein mehr uffe Straße und der freie Bürjer kann im Affenzahn durch das Dickicht dieseln.


Außer unsre dauerjlücklichen Polizisten. Die fahren immer penibel nach Vorschrift und kommen neuerdingens stets mit nem fröhlichen Liedchen uffe Lippen umme Ecke. Das lernen die schon uff ihre Aschersleber Polizeischule. Schlechte Laune jibs da nie – und wenn doch, denn hat jarantiert eener nen Joint im Spind.



30.9.2018

Jeistesblitze

Juten Tach Kinnings,


letzte Woche war ich baff. Und zwar ibber den Jeistesblitz vom jeschwenkten Wigbert und seinem Kumpan Matze Boxhorn aus Otterslehm. Die beeden Kanonen wollen sich bei Machdeburjer Jroßfamilien beliebt machen. Also: wer uff teure Verhüterli im Schlafzimmer verzichten tut, der soll beim Jenuss von die anderen schönen Dinge des Lebens billich davon kommen. Das ist der Plan. Dumm nur, dass Familienkarten bei Familien jerade unjefähr so beliebt sind wie streitsüchtije Brückenbauer beim Lutze. Also im Land sind Familienkarten een Auslaufmodell und wejen null Nachfrare im Schredder jelandet. Hat einfach keener haben wollen.


Wigbert und Matze tun das ooch wissen, aber als Überfliejer von Jroß-Otterslehm wissen se ville besser als die vom Domplatz, was sich Vadder, Mudder, Balg uff die Karte wünschen tun. Matze Boxhorn kann voll mitreden, denn er war ville fleißijer als die meisten. Der hat jleich bei vier eijene Kakse Windeln jewechselt! Alle Achtung!  Schwenki war, naja, nicht janz so ... Bei ihm war nach zweemal Nachwuchs Ende im Jelände. Aber ejal, sie könnten jut wissen, was Familien so brauchen, um mal jemeinsam vor die Tür zu jehen. Janz ohm uff die Karte will der Wigbert jern een Dauerjutschein zur Ausleihe von Lastenfahrrad knallen. Die Dinger will in Machdeburch nicht mal der ADFC verleihen und stehen nur sinnlos hinterm Rathaus rumher. Bei Machdeburjer Familien sind die jut uffjehoben. Da könn sich alle rinzwängen und nach’n Stadtpark karriolen. Neben der Hyparschale finden sie denne eenen Familiencontainer mit 10 kleenen und zwee jroßen Maurerkellen drin. Damit könn se denn schon mal mit der Sanierung loslejen. Matze Boxhorn hat als jelernter Notfallsanitäter vor allem das Wohl der Jroßfamilie im Sinn. Er würde die Familienkarte jern mit nem Ruderboot-Jutschein verbinden. Damit können die Familien denn sicher ibber die Elbe paddeln – ist sicherer als über die marode Strombrücke zu loofen.


Die beeden Otterslehmer kriejen balle ooch Parteiunterstützung. Die CDU will jerne, dass Stadtjartenbetrieb und Bauhof ab Nächstjahr Arbeitsjeräte mit Akku verwendet. Wär’ ja ooch was für die Familienkarte: Waschmaschine für unterwejens mit Akku und Lasten-Drehtzicke mit E-Antrieb.


Sojar die Jrünen ham ne Idee: Sie wollen, dass die Rathauskasse 20 Ladesäulen für E-Fahrzeuje bezahlen tut, damit die Luft besser wird. Bisher sind Trümpis Truppen nicht so bejeistert von die Idee, weil Ladesäulen jern von E-Autofahrern als Dauerparkplatz belegt werden. Ooch der Umstand, dass die Stromnetze vonne SWM erst noch anjepasst werden müssen, steht dem im Weje. Das ist balle keen Problem mehr: Wenn die Familienkarte dafür sorjen tut, dass alle Familien nur noch Akku-Jeräte haben, denn ist jenuch Saft für Ladesäulen frei.


Da wollen unsre Sozis nicht abseits stehen. Bei die steht die Familienförderung noch vor Rentenreform und Seehofer-Bashing. Die Sozis denken jroß – und wollen die Straßenlaternen zwischen Harsdorfer und Rotkehlchenwech abdecken! Keen Witz, das wollen die in echt! Und weeßte warum? Anjeblich, damit die Häuser nicht jeblendet wern. Wer’s jloobt, wird seelich: In Wahrheit soll die Jeburtenrate steil nach ohm. Keener weeß besser als die Sozis, dass im Dunkeln jut munkeln ist.



23.9.2018

Schwarte Löcherei

Juten Tach Kinnings,


die CDU löchert seit Taren das janze Land. Die Schwarten sind heiß wie Frittenfett uff die schwarten Löcher zwischen Kleen Wanzleben und Jroß Ammenslehm. Die wollen die stoppen – schon wejen die nächste Wahl. Und siehe da, nach neun Tare stellt sich raus: Sachsen-Anhalt hat mehr Löcher als alle Lochplatten von OBI zusammen. Jranatenstarke 10.000 Löcher haben die Leutchens entdeckt und schnurstracks anne CDU jepetzt. Da war sojar der Hasi kochlederjar. Denn nu muss er ja bis zum nächsten Urnenjang die villen Löcher stoppen, um willer anne Täte zu kommen. Das wird janzenjarnicht piepeleicht! Denn bei die Löcher tut es nicht um Zujänge zum Hasenbau jehn, sondern im Funklöcher. Die sieht man nicht. Bisher war das dem Hasi janz recht, weil ihmchen kaum eener mits Handy anrufen konnte. Aber seit seine Parteikumpane uff Löchersuche sind, ist er plötzlich der jrößte Flickschuster seit Meister Nadelöhr.


Damit isser aber nicht der einzije inner Rejierung. Sein Stahlknecht schustert schon seit Jahren rumher, um die Löcher bei der Polenten-Belegschaft zu stoppen. Ooch der jebildete Kolleje Tulli friemelt an der Lehrerfront. Der weeß aber janz jut, wie man Mangel schön- und Unterrichtsausfälle kleen quasselt. 400.000 Stunden Ausfall jibs in dieses Schuljahr im Lande – das sind 100.000 mehr als letztes. Eener hat ausjerechnet, dass een Kacks am Ende seiner Schulzeit een halbes Jahr desderwejen sinnlos rumherhocken tut. Wahrscheinlich daddeld der mits Handy rum, weswejen die CDU ja so jeil uffs Löcherstoppen ist. Nüscht is ätzender als Langeweile inner Schule.


Wejen seine jroßen Erfolje beim Aussitzen hat sich letzte Woche sojar die Sozialtante aus Hasis Bau, also die jemütliche Jrimm-Benne, Rat beim Tulli jeholt. Der hat ihr verklickert, nix ibbers Knie zu brechen. Erstmal soll sie in Halle zwei, drei  Jutachten in Ufftrach jehm.


Minimum für drei Mille, weil das nach Ernsthaftichkeit klingen tut. Und denne soll se abwarten, wie sich die Wartezeiten uff die letzten Betten in die 48 Krankenhäuser von Sachsen-Anhalt entwickeln. Entweder, die Leutchens jehm vorher den Löffel ab oder ihre Jenesung übt sich in Jeduld. Beedes wäre jut für Petra. Ihr ist denn aber noch injefallen, die Krankenhäuser mal so richtich streng zu kontrollieren. Also so, wie Tullis Lehrer ihre Stundenpläne nehm. Sowas hört sich immer jut an und das Volk schnalzt mit die Zunge und denkt: „Mann, was für ne coole Frau, die haut mal richtich dazwischen!“ Als Kontrolleure hat unsere Jrimmije die Untertanen vom Stahli im Oore (*2). Was für ne jeniale Idee! So tut se locker zwei Jahre rumkriejen, ohne was tun zu müssen.


Dafür tut sich was im Machdeburjer Stadtarchiv. Da ist jeder Mitarbeeter, der loofen und lesen kann, jerade uff Achse, um die Amnesie der Ottostadt zu beenden. Denn mit Tillys Brandschätzern 1631 und den Bomben 1945 ist so jut wie alles, was Machdeburch jesammelt hatte, den Bach runterjejangen. Sowas nennen Historiker totalen Jedächtnisverlust. Nachdem se in Braunschweich den Bettelbrief eenes mittellosen Studenten namens Otto von Juericke jefunden ham, soll nun jeder von uns die Ooren offenhalten. Wer was Olles findet, soll’s dem Stadtarchiv jehm.


Also, ich weeß nicht, ob das so jut ist: Villes will man doch jar nicht noch mal hören. Wer will zum Beispiel wirklich wissen, warum Uli Bittner sein „Liebig“ am Hassel nach 15 Joahren dichte macht? Wen interessiert in 100 Jahren noch, dass der Tunnel 200 statt 45 Millionen jekostet hat? Und wer will sich in 15 Joahren nach dem Insturz der Hyparschale wirklich dran erinnern, dass sie uns 2018 den neumodernen Carbon-Beton unterjejubelt ham, weil der härter als Grusons Stahl sein soll? Erst recht die CDU-Löcher. Die machen sich vielleicht jut uff Wahlzettel, aber in Jeschichtsbüchern. Also ich weeß nicht.



16.9.2018

Nu darf jeder zur Polente

Juten Tach Kinnings,


ich weeß ja nicht, was die in Ascherslehm in Kuchen rintun, aber was zu ville ist, das ist zu ville. Schon willer ham se zwee Schüler vonner Polentenschule in hohem Boren übern Zaun jeschmissen. Weil sie bei Youtube ihre eijene Jattung durchn Kakau jezoren ham. Solln sich in voller Jardeuniform inner ollen Rostlaube rumjefläzt und „A.C.A.B.“ vor die Kamera jeschwenkt ham. Heißt so ville wie „Alle Polizisten sind Bastarde“.  Und die Kahle uff’n Schoß der beeden Nachtjackendetektive hat jejucht und Tränen jelacht, weil Scheiß-Bullen so lustich sein können.


Mich ist nich nach Lachen. Mit Feifenköppe wie die uffn Revier macht doch balle jeder, was er will. Noch zwei, drei Polizeischul-Jahrjänge weiter und schwupps, hat ooch der letzte Stänker keen Rejatt mehr vor die Bullizei. Im Ersten überlejen sie schon, ob sie den „Polizeiruf“ nicht von Machdeburch nach Ascherslehm verlejen. Da ist mehr Action. Die ersten Schauspieler reißen sich schon umme  Polizeischüler-Rollen. Janz vorne mit dabei sind „Rindsvieh und Dummdei“, „Flaumenaujust und Bleedmann“ oder ooch „Kloßkopp und Nappsilze“.


Ich jloobe ja, du kommst in Sachsen-Anhalt nur bei die Polizeischule an, wenne  janz dichte bei die bösen Buben dran bist. Wer noch nie mit Drogen abjedreht ist, kommt nichemal durch die Vorprüfung. Und wer noch nie mit 3/8 uffn Kessel durch ne Polizeikontrolle jerauscht ist, fällt sowieso hinten runter. Um ne Chance zu haben, musste im Nebenjob mindestens als Ladendieb unterwejens sein. Oder du hast schon mal nen knackijen Unfall jebaut und die Schuld uff deinen mausetoten Kumpel jeschoben.


Unserm Innenminister, also dem Stahli, jefällt das jar nicht. Der ärjert sich die Krätze an Hals, dass die paar Männecken, die noch zu die Polente wollen, so „jeistije Tieffliejer“ sind, wie Uwi Bachmann vonne Polizeijewerkschaft rausbaldowert hat. Stahli hat wejen der villen leeren Stellen schon den Hasi und mit Lischi-Luschi ooch den lustijen Sozi im Nacken. Bevor die beeden langsam überkochen tun, hat Stahli knallhart anjewiesen, jeden uffzunehmen, der drei Stufen mit eemal nimmt und beim Psychotest mindestens 10 Prozent schaffen tut. Hauptsache, er macht sicht nicht vor Ratten und Jammeldecken in seinen abjeranzten Reviere inne Buchse. Ab sofort darf beim Stahli jeder Ordnungshüter wern, der bei 1 plus 1 uff mindestens 2 kommt.

Ich hab dadruffhin meine Schlabberschnute mal in Wind jehalten und die Lare an der Promifront jecheckt. Du jloobst jar nicht, wie ville C-Promis liebend jerne uffe Polizeischule wollen. Ascherslehm ist echt das neue Hollywood!


Von jleich uff jetze würde die neue Weinkönijin Gina Maria Gräfe ihr Kosmetikköfferchen packen. Seit sie mehr als drei Pullen Wein an eenem Ahmd intus behält, träumt sie davon, im schnittijen Dienstwaren durch die Weinberje zu pesen: „Als Polizistin muss ich nie mehr zu Fuß gehen.“


Ooch unser Baubeijeordneter Dr. Didi Scheidemann wäre sofort mit dabei. Er bringt die wichtigste Voraussetzungen mit: Er kann nett „Nö“ saren. Wer selbst vor Schulen keene Querungshilfen will, ist der perfekte KOB. Umweltministerin Dalbert bietet sich für den Kriminaldauerdienst an. Sie erkennt jeden Schwarzbau im Wald mit ihrem jrünen Daumen. Und für Leute mit Holz im eijenen Wald oder in der Rübe hat sie eh kein Verständnis. Polizisten müssen hart sein. Im Dienst und danach erst Recht.



2.9.2018

Neues vons Stadion Neue Welt

Juten Tach Kinnings,


jetze jehts berchuff (*1) mit’s Stadion Neue Welt. Endlich tun wecke kommen, die was Vernünftijes uff das Jelände machen wollen. Ich bin schon janz kribbelich (*2) und luckse jeden Tach inne Zeitung, ob’s was Neues jeben tut.


Unter uns zwee Klosterbriedern: Mich hat eener arzählt, dass Karsten Horney vielleicht Tatsache der letzte ist, der unsere schöne Stadt noch retten können tut. Kumpel Karsten will nämlich inner jrünen Jejend anner Barliner Chaussee alles erforschen, was Machdeburch jerade bannich ville Muffensausen (*3) bringen tut. So sollen wecke mit janz schlauem Kneisel (*4) ausbaldowern (*5), wie Jewässerreinijung durch Pflanzen vonstatten jeht. Mich ist da balle vor Freude die janze Jrütze aus’m Jehirn jeloofen, denn wenn der Karsten nicht wär’, denn jäbs ja wahrscheinlich balle jar keen Fisch mehr bei uns. Außer bei Mister Pan. In unsre Jewässer jedenfalls schwimm die mit Kiemen ohm rumher. Ooch das Herumjemäre (*6) mit den Cyano-Dingsbums-Aljen wird König-Karsten een Ende machen. Wenn der echt Leute mit so ville Jrips ins olle Stadion bringen tut, denn wärn unsere Seen balle willer so sauber wie der Domfelsen trocken ist.


Nachdem letztens nochmal zwee quicklebendije Laubholzbockkäferchen im Wiesenpark und am Neustädter See inne Pheromonfalle jefallen sind, ist ooch an der Baumfront willer die Hölle los. Zum Jlück jibs Krieger Karsten, der eenen kennt, der sich mit Baumpfleje jut auskennen tut. Im Stadion will der das jenauso machen wie die Käferjäjer aus’m Landesamt für baumlose Städte: Erstmal haut der die Bäume umme, damit jenuch Platz für die Baumpfleje ist. Vielleicht könnte der Knöchel-Karsten vom Stadion sein Forschungsjebiet „Landschaftspfleje mit Tieren“ uff asiatische Indringlinge ausweiten. Zu irjendwas müssen die Zujetreckten (*7) uff sechs Beenen doch nutze sin. Vielleicht fressen  die ja die Pilze an der Wasserfallbrücke? Würde unsrem Kassen-Klaus (*8) schlapp 900.000 Piepen für die Sanierung der Brücke mit Milliarden holzzerstörenden Pilzen untern Planken sparn. Oder sie sind janz verrückt uff Chlor und Schwebteilchen, die alle Nase lang die Filter inner Diesdorfer Schwimmhalle verstoppen tun. Paar von die Käfer in die Filteranlare injeschlossen und schwupps di wupps: Aus is mit den ständigen verrammelten Türen vonner Halle. Am Besten wäre natürlich, wenn Kult-Karsten seine Forscher verklickert (*9), dass een Umpolen der Käfer janz im Sinne Machdeburch wäre. Also, wenn die z.B. nicht mehr unser jutes Baumholz in sich rinschaufeln, sondern sich vielleicht über die Hundehaufen hermachen oder wenigstens über den Müll uffn Moritzplatz würden. So hässlich wie die Dinger aussehen, würden die nebenbei jleich noch faule Hundehalter und lärmende Jroßfamilien mit erschrecken.

Karsten, wir baun uff Dir!


Kodderschnauzes Lexikon

*1) berchuff - bergauf

*2) kribbelich - aufgeregt

*3) Muffensausen haben – Angst haben

*4) Kneisel - Kopf

*5) ausbaldowern – herausfinden, erforschen

*6) Herumjemäre - Herumgemache

*7) Zujetreckter - Zugezogener

*8) Kassen-Klaus – Finanzbeigeordneter Klaus Zimmermann

*9) verklickern - erklären



26.8.2018

Das jroße Fracksausen

Juten Tach Kinnings,


die jroßen Stars ham een neues Hobby entdeckt. Um inne Schlachzeilen zu bleiben und ihre Fans das jroße Fracksausen (*1) zu ermöchlichen, lassen sie die neuerdingens janz nah an sich ran. Jejen richtich Zaster natürlich. Oder sie pflastern irjendwo uffe Welt een Hotel hin, hängen paar schnucklije Bilder von sich uff und nehm denn die Leute aus wie Weihnachtsjänse. Fußballer Cristiano Ronaldo z.B. tut uff Madeira een Hotel ham. In jedes Bette hat der sich persönlich rumjeaalt (*2). Til Schweijer lässt seine jut betuchte Kundschaft in seinem Hotel am Timmendorfer Strand von selbst entworfene Teller futtern. Mats und Cathy Hummels vermieten ihre Ferienwohnung in Kroatien an Jedermann und uff David Copperfields Bahamasinsel kannst für 34.000 Euronis eene Nacht rumschnarchen. Sojar Jörg Pilawa vermietet seine Privatinsel in Kanada. Dabei jehts die jar nicht um die Penunse, sondern um Schlachzeilen. Wenne Promi sein wisst, musste nen Lauten machen.


Als das alles letzte Woche inner Zeitung stand, machte es ooch inner Machdeburjer Promiszene klick. Uff eenmal sind se alle bannich in Jange (*3) und baldowern (*4) die orjinellsten Sachen aus, um uff sich uffmerksam zu machen. Karen Stone (ich weeß jar nicht mehr, ob die noch Theaterintendanin oder schon Chefin der Domsperrkommission ist) tut überlejen, ob sie für den nächsten Frühsommer 150 Ibbernachtungen im Baucontainer anbietet. Inklusive abjeschotteter VIP-Dusche unterm Wasserspiel und exklusivem Domblick. Wer jleich drei Monate bucht, tut zwee Premierenkarten unters Koppkissen finden.


Kai Perret hat sowieso immer ne tierisch jute Idee uff Larer. Damit er dachsibber (*5) willer als lupenreiner Tierfreund erkannt werden tut, vermietet er die Kuschelecke im Spielzimmer der kleenen weißen Löwen für Kinderjeburtstare.


Ronald Zander bietet seine windschiefe Jartenlaube am Kleenen Stadtmarsch an. Hier kann sich der Naturfreund in aller Abjeschiedenheit eenen hinter den Knorpel jießen (*6). Wichtich ist, dass er nachts um halb eens so richtich in Knatter ist (*7), damit er beim Anjriff der Wildschweine schon jemütlich injedrusselt (*8) ist und sich nicht vor lauter Schiss in die Buchse macht.


Abenteuerurloob hat ooch Michael Hoffmann uff Tasche. Der Sudenburjer Stadtteilmanager stülpt seinen Jästen Bauhelm ibber und wickelt sie inne Warnweste in, um se dann zu Fuß ibber die Halber zu scheuchen. Wer es vom Südring bis zu Kaufland ohne Schramme schafft, tut sein Jeld zurückkriejen.


Polizei-Vize-Präsident Tom-Oli Langhans bietet eenen märchenhaften Tach in Machdeburch. Auswärtije Fußballfans können inner Ottostadt die Jeschichte vom „Knüppel ausm Sack“ erleben. Alle 14 Tare und ohne eenen Cent dazuzubezahlen. Das nenne ich Uffmerksamkeit errejen. Mit solchen Attraktionen stehen wir öfter inner Zeitung als alle Promis mit ihren Inseln zusammen.


Eens sare ich dich, mehr sare ich dich jar nicht: So klappts ooch mit die Kulturhauptstadt!


Kodderschnauzes Lexikon

*1) Fracksausen - Angst

*2) rumheraalen – gemütlich liegen

*3) bannich in Jange sein – unternehmungslustig sein

*4) ausbaldowern – herausfinden

*5) dachsibber – tagsüber

*6) eenen hinter den Knorpel jießen – trinken

*7) in Knatter sein – betrunken sein

*8) indrusseln - einschlafen



19.8.2018

Uffn Hund jekommen

Juten Tach Kinnings,


unser schönees Bundesland is uffn Hund jekommen. Jibt nämlich immer wenijer Spürnasen uff vier Pfoten bei der Polente. Nur noch 76 tappeln zwischen Arendsee und Zeitz schnüffelnd durch die Jejend. Früher, ist zu lesen, war unser Landstrich führend in Sachen Schnüffel-Töle. Die schlauesten Hunde kamen immer von hier. Vorbei. Vielleicht werden an der Polizeischule in Aschersleben neuerdings vorzugsweise Leute ausjebildet, die selbst ne feine Nase fürs Kriminelle haben. Kann ja sein, dass es zu den Instellungsbedingungen jehören tut, mindestens eene Sache uffn Kerbholz zu ham. Bisschen klauen, kiffen oder rasen – das musste als Polizeischüler unterm Stahlknecht schon nachweisen können. Wer so wecke unter sich hat, der braucht ooch nicht so ville Polizeihunde. Wer selber kifft, der riecht den Stoff meilenweit – jarantiert.


Selbsterfahrung ist sowieso das Allerbeste. Nur so kannste ja beorenscheinijen (*1), wie die Sache loofen tun muss. Macht unser Dollbräjen (*2), also unser Oberbürjermeester, rejelmäßig. Erinner Dich: Als das mit dem Tunnel jeldmäßich aus’m Ruder lief, hat er das janze Drama zur Chefsache jemacht und een Büro untern Brücken anjemietet. Muss jetze loofen wie jeschmiert. Oder haste, seitdem Lutze anner Täte ist, noch mal was vom Tunnel jehört?


So muss es letztes Wochenende ooch uffn Ulrichplatz jewesen sein. Da stand inner Zeitung, dass sein Lieblings-Simonchen, also was die Chefin vom Stadtjartenbetrieb sein tut, vor lauter Angst vorm nächsten Anschiss dem Sprungbrunnen vorm Alex um 20 Uhr den Hahn zudreht. Anjeblich, weil da paar verjnatzte Rentner uffn Balkon hocken und wejen die Plätscherei nicht indrusseln (*3) können. Janz Machdeburch fasst sich anne Rübe und denkt: „Ham die noch alle?“ Und was macht Lutze? Jenau: Den Selbstversuch! Anjeblich hat er sich seine Anjelika jeschnappt und sich mit se mit Schlafsack und Strandmuschel uffe Wiese dichte bei die Fontäne jelümmelt. Nächsten Tach hat er den Reporter vonner Zeitung die Frare jestellt: „Wer kann denn bei diesen Temperaturen vor 22 Uhr schlafen?“ Von Lärm hat er nix erwähnt. Also er hat jedenfalls keen Oore zujeklappt (*4), weils ville zu bullich war unter seinem Schlafsack. Ooch keen anderer hat widersprochen. Also: Schwupps, nu sprudelt der Brunnen willer bis 22 Uhr.


Und nun hoffen die Machdeburjer Angler, dass der Bürjermeester eventuell vielleicht ooch mal als Fisch den Selbstversuch wagt. Wenn er mit den eijenen Kiemen erlebt haben tut, warum die Tierchen im Salbker oder uffn Adolf-Mittach-See rejelmäßig mit den Kiemen oben schwimmen, wird’s vielleicht was ändern. Bisschen Sauerstoff könnt woll schon ne Menge ausmachen. Saren die Angler.



Kodderschnauzes Lexikon

*1) beorenscheinijen -  beurteilen

*2) Dollbräjen – Alleskönner, begabter Mensch

*3) indrusseln – einschlafen

*4) keen Oore zujeklappt – nicht schlafen können



12.8.2018

Wer noch kann, nix wie ran!

Juten Tach Kinnings,


een Jespenst jeht um in Sachsen-Anhalt – nämlich die Angst daradvor, dass es Tobias Hans aus’m Saarland und Markus Söder aus Bayern irjendwie jedeichselt (*1) kriejen, von ihren Völkern jeliebt zu wern. Inner Staatskanzlei jeht die der Hintern schon uff Jrundeis. Man stelle sich vor, Hans und Markus kommen uff den Trichter und verteiln Schokoeis ans Prekariat. So schnell schmilzt das ja jar nicht im Mund wie Hasi aus Wittenberch die rote Laterne am Halse hat. Denn ham wir den Salat – und Deutschlands unbeliebtesten MP obendruff. Das hat een Land, indem Heidebier und Unstrutwein fließen, nicht verdient.

Dann freu ich mich doch libber übber seinen vorvorletzten Platz. Wir Sachsen-Anhalter sind doch Kummer jewöhnt. Wer so ofte durch die Führerscheinprüfung rauscht wie unsereener, der ist eh nicht die hellste Kerze am Boom. Bisher waren wir dafür wenigstens jut im Bett. Ist seit 2017 aber Jeschichte. In Sachsen-Anhalt ist Flaute anjesagt - immer wenijer Kinder kommen bei raus. In Machdeburch tut das Minus bei 3,8 Prozent liejen. Da hat bei Lutze jleich ne rote Lampe uffjeflackert. Nee, nee selber will er nicht mehr aktiv werden, aber ne Rundmail hat er woll schon abjeschickt. Im Kern steht drin: „Wer noch kann, nix wie ran.“ Er selbst will ooch alles dafor tun, dass der verjnüjungssüchtigste Teil der Machdeburjer so richtig Lust uffs Kindermachen hat.


Maßnahme 1: Damit die Jurend nicht durch zu ville Romantik abjelenkt wird, dreht er ab sofort dem Brunnen uffn Ulrichplatz punkt 20 Uhr den Hahn ab. Von wejen, das Jeplätscher nervt die Nachbarn und wird deshalb frühs beendet - völlijer Kohlenmunkel. Des jeht darum, Pärchen früh nach Hause und inne Falle zu kriejen ...


Maßnahme 2: Dass der Bücherbus wejen der Hitze inner Jarage bleibt, ist ne Fake-News. Da steckt jarantiert der Lutze dahinter. Der will nämlich nicht, dass die Leute ihre Zeit mit Lesen verplempern. Bis Weihnachten wird der Bus injemottet. Mindestens.


Maßnahme 3: Wir ahnen, wer die Bakterien höchstpersönlich in Barleber und Neustädter jekippt hat. Denn nun weichen die Leutchens uff wilde Badestellen aus. Da sind sie schön unjestört. Und in der Hitze des Jefechts jeht schon mal was...


Maßnahme 4: Als Sparkassen-Uffsichtsrat tut Lutze dafür sorjen, dass sich Sparkassen-Kunden beim Anstehn am Schalter janz nahe kommen. Damit die kuschlije Schlange immer länger werden tut, jibs balle nur noch eenen Schalter. Schon Lutzes Vorjänger Willi wusste „Wo sich die Ärsche reiben ...“ ... jibs ooch kleene Kakse.


Maßnahme 5: Weil statistisch erwiesen ist, dass jebärfähige Frauen zwischen 18 und 40 meistens Mazda fahrn, wird neuerdings vozuchsweise dieses Modell in Machdeburch wechjefunden (*2). Jut möchlich, dass jemand Interesse daran hat, dass die mit die Lektrische durch die Stadt jondeln. Wejen die Anbändelei, die da ville besser funktionuckelt (*3).


Maßnahme 6: Beim nächsten Sommerfest in Neu-Olvenstedt ist dafor jesorcht, dass das öffentliche Klo nicht mehr wie sonst stinken tut. Der Toilettenmann, der extra zum Fest eenmal öfters mit’m Schrubber anrückt, tut als Dankeschön jratis Kaffee und Kuchen kriejen. Wenn der also Krümel kaut, sind die Klos frei...

Mehr Beihilfe zum Kinderkriejen jeht doch nicht.


Kodderschnauzes Lexikon

*1) jedeichselt – es hinkriegen/schaffen

*2) wechfinden - stehlen

*3) funktionuckelt - funktionieren



22.7.2018

Schädliche Politiker

Juten Tach Kinnings,


Matze Puhle ist ein klurer Mann. Der hat promoviert und dardazu nen Professor-Titel. Man darf also saren, dass unser Beijeordneter für Kultur, Sport und Schulen der Schlauste im janzen Rathaus ist. Uffn Papier sojar schlauer als der Lutze. Desderwejen darf der Sachen saren, für die andere verkloppt (*1) werden würden. Seit die Woche verdanken wir dem Professorchen die Erkenntnis, dass es für bestimmte Sachen schädlich sein tut, wenn man dafür Stadträte – also Politiker – vor’n Karren spannen täte. Zum Beispiel, wenn man Europäische Kulturhauptstadt wern will. Am Besten man erwähnt jar nicht, dass in Machdeburch jemals een Politiker jesehen worden ist. Es sei denn, man will uff jar keenen Fall Kulturhauptstadt wern. Also denn könnte man Müllerchens Oli (*2) wie weiland Franzl Beckenbauer mit’s Köfferchen uff PR-Tour schicken.  Unser Professorchen will aber unbedingt jewinnen. Desderwejen hat der uff die Neugierig-Guck- und Schlemmerreise in die derzeitije Kulturhauptstadt Leeuwarden erst jar keenen Besserwisser mit Parteibuch mitjenommen. Sondern nur wecke (*3), die was von Kultur verstehen. Also Künstler, Beamte, Amtsleiter und Bürjermeester. Durfte ooch keener von die aus Sudenburch kommen.


Puhle lehrt uns also, dass Politiker nie hilfreich sind, wenn man ma was will. EU-Titel oder Förderjeld, neue Straßen oder eenen alleholfreien Hassel zum Beispiel. Puhle weeß: Sobald sich Parteikader rinhängen tun, jehts den Bach runter. Weshalb ich fest daran jloobe, dass ab Dienstach die Hitzewelle neuen Schwung uffnehmen wird. Rejen kommt jedenfalls keener. Warum? Weil Dienstach unser Hasi mit seinem Kabinett über die Dürreperiode quackeln will. Jeht jarantiert inne Buxe.


Und damit ham die freiwillijen Feuerwehrleute von Sachsen-Anhalt weiter mehr zu tun als die Bademeester von Machdeburch. An unsere Strandbäder ist ja eh tote Hose. Die Invasion der Cyanobakterien ham wir natürlich ooch eenem Stadtrat zu verdanken. Hätte der Zander vonner Jartenpartei im Frühjahr nicht so een Tamtam um den Barleber jemacht, denn hätten die Cyanobumsdings jar nicht jeschnallt, dass der See mehr Nahrung zu bieten hat als Rewe und Edeka zusammen. Aber unter uns Klosterbrüdern: Wer keen Schiss vor jlitschijes Jrün hat, kann ja trotzdem drin rumplanschen. Jeht dardanach erst die Muskelzitterei los, ist das ja ooch ne Erfrischung. Noch kostet der Besuch der Notaufnahme keene Penunse (*4). Das kann man jerne noch mal ausnutzen.


Nur mits Mietrad kommste nicht mehr inne Uniklinik. Weil der Machdeburjer libber janz jemütlich uff Birjits Lektrische (*5) wartet als sich uff Nextbikes Flitzepee (*6) abzustrampeln, jibs keene Leihräder mehr inner Stadt. Nextbike holte alle 50 Miet-Drahtesel wech, weil sich keene Sau druffjehuckt (7) hat. Mich ist da jleich die Idee inne Rübe jefahrn, daraus ne Machdeburjer Spezialität zu machen. Wenn neuerdings sojar die „Harzer Pottsuse“ ne jeschützte jeojrafische Spezialität ist, denn könnten wir als „Eselfreie Elbestadt“ ooch jute Chancen ham. 


Kodderschnauzes Lexikon

*1) verkloppt – verhauen

*2) Müllerchens Oli – Oliver Müller, Stadtrat der Linken

*3) wecke – welche

*4) Penunse – Geld

*5) Lektrische – Straßenbahn

*6) Flitzepee – Straßenbahn

*7) druffjehuckt - draufgesetzt



8.7.2018

Fliejenschiss uffn Holzwech

Juten Tach Kinnings,


die Machdeburjer Börde ist dieser Tare wie een Zwieback – furzetrocken. Die Bauern ringsumher ham schon lange ihren trocknen Humor verlorn. Die Ernte ist een Witz und das bisschen, was da uffn Acker vor sich hinkümmern tut, fängt schon Feuer, wenn een Traktor nur mal uff 1,80 rankommen tut. Vielleicht würd’s ja was nutzen, wenn sie mit’m Barleber ihre Felder berieseln. Kannst eh nicht mehr drin rumplanschen. Und die Bauern bräuchten die nächsten zehn Jahre keenen Dünger mehr. Allerdings ist noch unklar, was nach der Besprengung mit Anabaena flos-aque-Wasser mit dem kümmerlichen Mais abjeht. Krümmen sich die Kolben denn, wenn es mit den Muskelkrämpfen losjeht? Oder wachsen die über sich hinaus. Ist das denn schon GENial oder janzenjahr der nächste Nobelpreis?


Die jrößte Trockenperiode seit 55 Jahre führt villerorts zu Ausfall-Erscheinungen. Selbst im Fachamt für den jrünen Daumen stehn se wejen der Hitze neben sich. Beim Nachpflanzen von Machdeburchs längster Blütenallee ham die sich ja so was von vertan: Statt Nelkenkirsche pflanzten die im Holzwech Bergkirschen nach. Mit dem Erjebnis, dass die eene Hälfte im April blüht und die andere im Mai. Sieht aus wie’ne Laola-Welle in SlowMotion. Erst wollten se im Amt jar nicht zujeben, dass sie da uffn Holzwech sind. Aber Hobbybotaniker ham nachjewiesen, dass Nelken- und Bergkirschen zwee verschiedene paar Schuhe sind. In etwa so wie eene Uffstiechsfeier vom Lutz und eene vom Mario.


Als Sturköppe sind die Jrünkram-Beamten aus der Ottostadt allerdings in juter Jesellschaft. Ooch inner Landesrejierung sitzen paar Schnarchnasen rumher, wenn’s ums Natürliche jeht. Beispiel: Jahrelang ham die Landesfürsten den Eichenprozessionspinner fressen lassen. Inzwischen ist die Altmark unter eenem jijantischen Spinnennetz bejraben. Die jrimmije Henne, die bei offiziellen Ufftritten jern mal als Grimm-Benne vorjestellt werden tut, hat nu aber haste was kannste alle Staubsaujer im lokalen Einzelhandel injesackt. Damit sauren ihre Spinnerjäger ab Osterburch landabwärts die Nester ab. Nächstes Jahr soll richtich scharfes Jift verspritzt werden. Fragt sich nur, was das mit unseren Seen macht...


Unterdessen kommt von Rothensee aus die nächste Invasion uffe Stadt zu. Erst war’ns die verfressenen Käfer mit Schlitzooren, jetzt sind’s die Kiosk-Fliejen mit Bratwurscht-Sucht. Vom Hafen aus direkt in Zoo. Seltsam is nur, warum sich die Kleinjeister nicht wie sonst uff die Berje stürzen, die die jroßen Viecher immer machen. Ausjerechnet in Kays einzijen Kiosk ham se sich jesammelt. Ja, hätte da doch nur mal eener immer mal durchjewischt.  Die Rettung kam aus’m Verkehrsministerium.


Thommi Webel hat ja nicht nur Ahnung, wie man beim Autobahnbau Zeit schindet, sondern ooch, woruff Fliejen so fliejen. Uff Käse zum Beispiel – der ist für Fliejennasen so was wie für Kicker een Ball. Und weil der Thommi die Fliejenplare schon lange kommen jesehen hat, sorgte er mit langanhaltendem faulen Atem für Straßen wie Schweizer Käse. In janz Sachsen-Anhalt. Letzte Woche hat er seine erfolchreiche Arbeit vermessen lassen. Erjebnis: 40 Prozent der Landesstraße sind so verjammelt, dass nur noch Trabis da langrumpeln können. Sag ich doch: Nur Fliejen ist schöner.



1.7.2018

Kuhkaff des Joahres

Juten Tach Kinnings,


während sich das Professorchen aus’m Kulturdezernat vorne uffrebbeln tut, damit Machdeburch 2025 mal die erste Geije in Europa spielt, reißt janz hinten Krümelkacker Holjer Platz alles willer mit’m Hintern in. Tut jedenfalls Machdeburchs kunstvernarrter Biolore, Retter der hiesijen Nackt-Akt-Szene und Asyljeber heimatloser Theaterjruppen, also Kolleje Klaus Vogler, saren. Der hat Machdeburch die Woche zum „Kuhkaff des Jahres“ erklärt. Wesderwejen? Weil die Jaststätte im Rayonhaus inner Steingstraße um 20 Uhr den Bierjarten verrammeln muss. Von amtswejen. Wejen Lärm. Aber nicht, weil die Leutchens da mit ihre Bierhumpen lauter anstoßen als Fußballfans koreanische Tore bejubeln, sondern aus Prinzip. Alles, was lauter ist als das Rascheln von Papier im Amt, jilt nämlich bei unsern Platz-Hirschen als Lärm. Und das muss wech. Es sei denn, es hat was mit Vorelhäuschen zu tun. Die stehen laut unserem Wirtschaftsbeigeordneten für die waschechten Machdeburjer Turenden wie „Wohlfühlen, Futter und Geborgenheit“. Dajejen kann der Voreler nüscht saren. Insofern ist die Rayon-Wirtschaft so was wie der Jeburtstort aller Machdeburjer Vöjel. Da kannste dich uffe Holzbänke flätzen, Jekochtes in dich rinschieben und wejen die himmlische Ruhe fühlste dich wie im Mutterleib jeborjen. Bis 20 Uhr. Danach ist schicho.


Ich kann zwar nicht saren, ob der Vorejeler das mit dem „Kuhkaff des Jahres“ nur uff seine Stammkneipe umme Ecke bezoren hat, aber es jibt ja noch paar mehr Beispiele dafor. Nehm wir die Kultur der Angst. Die hat dieser Tare das Finanzministerium befallen. Obwohl noch keen einzijere der 546 Spiejel anner ollen OFD abjefallen war, ham se vor lauter Muffenjang alle abjeflext. Nur weil eener woll bischen jewackelt hat im Sturm. Jott sei Dank ham se die Rohrhalterungen dran jelassen. Nun sieht die Butze aus wie ne chinesische Mauer mit paar hundert Stummeln. Da kam dem Tosi ausm Hundertwasserhaus ne Idee; er könnte ja von seinen 4389 Vorelhäusen paar abjeben. Ich höre den Voreler schon zwitschern: „Kuhkaff des Jahres bietet Vögeln ein ruhiges Zuhause!“


Vermutlich wird sich die Hupfdohle besonders ofte anner längsten Vorelhaus-Fassade deutscher Finanzbehörden innisten. Die janze Brut wird vor Freude hüppen. Das hat Symbolwert, denn schon balle kannste hier in der Jejen so abwechslungsreich rumherhüppen wie sonst niejends: Erst öffnet im Herbst das Trampolin-Paradies „Sky Fly“ im Flora-Park und im nächsten Jahr im Stadion die jrößte überdachte Hüpfburg nördlich der Alpen. Die Kultur des Hüpfens wird in Machdeburch volle Kanne durchjezoren.


Vielleicht sollte sich das Professorchen aus’m Kulturdezernat nur noch hüpfend durch Europa bewejen. Damit jeder jleich weeß, woher er kommen tut: Aus ner Stadt, die jerne jroße Sprünge machen würde, aber als Bettvorlejer im Kuhkaff landet.



24.6.2018

Verjehm

Juten Tach Kinnings,


wer hätte das jedacht: Die Machdeburjer Verkehrsbetriebe  müssen sich weiter mit Bussen, Bahnen und Schiffen rumschlaren, die von morjens bis ahms durch die Stadt karriolen. Bis anno knips. Minimal! Das ham unsere oberschlauen Stadträte ausbaldowert. Wie man hören tut, soll das aber spitz uff Knopp jestanden ham. Stadtrat Hitzeroth, also der, der jerne mal Fahrkartenhäuschen plattmachen will, soll den Rennverein vorjeschlaren ham. Wenn mal keen Strom anliejen tut, könnten die ja mit ihre Jäule... Stadtrat Canehl hätte die Lektrischen allzu jerne seinen Kumpels vom ADFC zujeschustert, um alle Bahnen uff Pedalantrieb umzurüsten. Denn jäb’s nie willer Engpässe beim Personal, weil Treten kann ja jeder. Ooch der Zander vonner Jartenpartei hat uffjedreht seinen Hut in Ring jeworfen: Weil ja nun balle durch jeden Jartenverein ne Schiene liejen tut, sind die Laubenpieper die jrößte Kundenjruppe. Sein Arjument: Wer seinen Jarten in Schuss hat, der kommt ooch mit olle Möhren klar.


Um een Haar hätten das unsere 54 weisen Jötter abjenickt. Aber denn kamen die Jrünen mit der Idee umme Ecke, dass alle neuen Busse und Bahnen WLAN und USB ham müssen. Da waren die Laubenpieper raus. WLAN halten die ja noch für’n Wirsingkohl mit Lan-gblatt. Und der Rennverein sowieso. Die ihre Jäule machen sich jerne ooch mal selbständich...

Also hat Birjit den Hut bis zur Rente uff. Im Jejenzuch musste sie versprechen, keene Luft anne Vollbeschäftijung unserer Bauarbeeter ranzulassen. Die Doppelnamen-Dame hat jeschworen, jedes Jahr im Sommer mindestens eene Achse dichte zu machen. Diesjahr die Leipzijer, denn die Schönebecker, die B1 und dennn ooch mal willer die Lübecker. Außerdem wird sich alle halbe Joahr schon ne wacklije Brücke finden lassen, an die man wejen Insturzjefahr unbedingt Knall uff Fall rumrendeln muss. Das murkelt die sich schon hin, keene Bange. Ich hab’ keene Zweifel.


Das tut die aussitzen. Hat se von unserm Oberbürjermeester jelernt. Der ist jerade willer mal voll uff Anjriffsmodus. Die Woche hat der sich mit’s Land anjelegt. Statt sich um seine Bürjer zu kümmern, dass die Kakse in die IGS loofen können, in die sie jerne wollen, zackeriert der mit der Schulbehörde rumher. Lutze meint, dass es völlich ejal ist, ob nun Jemeinschaftsschule oder IGS – Hauptsache Schule. Mindestens drei Familien finden das jar nicht lustich und ham jlatt den Lutze vorn Kadi jezerrt. Die Landesfürsten stehen die Eltern bei und finden ooch, dass uff dem Jebiet der OB keenen Blassen hat. Jetzt warten alle druff, wer vor Jericht jewinnt. Aber die Kakse weenen sich bis dahin die Ooren raus. Daran denkt jerade keener.


Wenigstens ist Stadtrat Canehl nich so janz schnurzpiepe, wie der Tunnel aussehen wird, wenn er vielleicht ja doch mal fertich wird. Trümpers Trampel-Truppen wollten beim jrößten Millionenjrab seit’m Dombau ausjerechnet anner Schönheit sparn. Die wollen doch jlatt den billigsten Rabatt-Beton als Straßenpflaster druffknallen und denne von die Stadtfelder beim nächsten Subbotnik (heißt heute „Machdeburch tut sich putzen“) mit Latexfarbe anpinseln lassen. Da ist der Canehl aber so was von aus’m Anzuch jesprungen: „Was erlauben Scheidemann?“ Wenn schon teurer als die Sünde, denn doch wenigstens nicht hässlich wie die Nacht! Bei so ville Jeld kommts ja woll uff paar Natursteine und een Neonlichtband ooch nicht mehr an. Findet der Canehl. Und ich finde, dass er da volle Kanne Recht haben tut.



17.6.2018

Verluste

Juten Tach Kinnings,


hinter uns tut eine Woche voller  Verluste liejen: Uns ham ein Jenie und ein janz Ausjeschlafener verlassen, außerdem wern uns 500 trübe Spiejel und die Deppen vom Rathaus verlustich jehen. Noch dazu fehlen uns balle die Trällerei vom Domplatz und das Stadion ohne Hüpfdohlen.  Aber wir ham ooch was jewonnen die Woche: Die Jewissheit, dass man in Sachsen-Anhalt von Arbeet nicht reich werden kann: Wer hier bufft bis tot, der kommt uff schlappe 3.264 Euronen alle vier Wochen. Das sind nichemal 77 Prozent vom Bundesdurchschnitt.


Desderwejen hat unser jrößtes Jenie nach Domplatz-Hasi, also Heinrich von Nathusius, die Arbeet injestellt. Er will keenen Cent mehr in Sachsen-Anhalt investieren, hat er jetrötet. Was seine Arbeet war? Na fremdes Jeld janz besonders schlau anlejen. Was bei Rotorion in Haldensleben jenial lief, jing mit Mifa in Sangerhausen ziemlich inne Hose. Ob Absicht oder nich – wer weeß das schon. Als der Hasi nun vom Heini 5 Milliönchen Bürgschaftskohle retour ham wollte, tauchte der ab. Anjeblich holen sich jetzt die Chinesen  den janzen Krempel. Lorisch, dass die 2.000 Mitarbeeter jetze Muffensausen ham. Jloobe nicht, dass da ville nach China wollen...


Für mehr Freude dürfte die Ankündijung von OB Trümper sorjen, dass ab 2020 keen Putz mehr vonne Domdecke fällt. Weil vor die Türe jeträllert wurde, musste drinnen jeden Tach dreimal jefegt wern. Janz abjesehn dardavon, dass man sein Jottes Wort nich mehr jewahr wurde. In zwei Joahrn soll das Machdeburch-Musical vor der Hyparschale stattfinden. Wejen dem Domkantor, der ja schon lange wejen Tinnitus in Behandlung ist und wejen der kleenen Kakse. Die sollen endlich ooch mal im Sommer durch die Wasserfontänen hüppen dürfen.


Bleibt noch das schönste Zitat der Woche, willerzufinden am 13. Juni versteckt uff Seite Fuffzehn vom Machdeburjer Tareblatt. Da steht jeschrieben: „Beim Brückenbau handelt es sich im Gegensatz zur Tunnelbaustelle nicht um die Doofheit der Stadt!“ Iss doch ne Bombe: Lutze jibt erstmals kleenlaut zu, dass am Bahnhoff die Rathaus-Deppen zujange sind. Ich könnte quieken: Wer hat sich doch jleich das janze Desaster als Chefsache uffjehuckt?


Da kannste drei Kreuze machen, dass das Boompflanzen so einfach wie Kindermachen ist: Loch buddeln, Sand und Boom rin, zuschütten, Wasser druff, fertich. Das kriejen ooch Doofe hin. 1000 Stück will Lutze noch dieses Jahr inbuddeln. Muss ihm mächtich jejuckt ham, das die letzten Jrünlandtests die einst zweitjrünste Stadt Deutschlands uff Steppenniveau ausbaldowert hatten.


Wenijer doof stellen sich Trümpers Truppen im Stadion an. Da haun die jetze fette Träjer unter die Jästetribüne rin, damit die Fans aus Dresden und Hamburch bei uns wie die Hupfdohlen uff der Traverse springen können. Maximal noch een Joahr, denn dürfen ooch unsere Fans widder hüppen, was das Sprungjelenk herjibt. Bejeisterung kennt keene Höhe. 



10.6.2018

Spiejel-Fälle

Juten Tach Kinnings,


dass im Dom der Putz vonne Decke fällt, wenn daußen eener rumträllert – das ist stadtbekannt. Allerdings ist diese Erscheinung erst nach 800 Jahre erstmals uffjetreten und ich tu mich ooch fraren, ob das nicht was mit’m Tinnitus vom Dompastorchen zu tun hat. Aber wenn nach nichemal 20 Jahren bei die Oberfinanzdirektion jleich ne janze Spiejelreihe vonner Fassade poltert, denn mach ich mir schon Sorjen. Man kann ja nicht jerade behaupten, dass die OFD beim Neubau jespart hat. Schon jar nicht bei die Dübel. Wo aus Kunst am Bau Pfusch am Bau wird, bleibt nun offen, wo sich die Finanzbeamten jetzt schön gucken? Also, wenn se sich fraren: „Spiechlein, Spiechlein an der Wand, wer ist der Unehrlichste im janzen Land?“ Für unsere Kulturhauptstadt-Bewerbung kann es ja ooch nicht jerade prickelnd sein, wenn hier „Kunst am Bau“ den Halt verliert.


Ich bin echt bekümmert, denn die Woche übber ist ja noch ville mehr verschwunden als nur die Spiejelein von der Erzberjer Straße: Die jelbe Wunder-Messboje uffn „Barleber“ hat sich keene drei Tare ibber Wasser jehalten. Die Angler vom See ham schon rumjeunkt, dass vielleicht die Blaualjen drübber herjefallen sind. Erst uff hartnäckijes Drängen unserer Stadtjournaille hat die blitzjescheite PR-Tante vom Helmholtz-Institut kleenlaut injeräumt: „Technisches Problem.“ Wahrscheinlich war das Ding löchrijer als een Küchensieb und das Wasser stand der Boje schon Oberkante Unterlippe. Ma im Ernst: Muss man sich nicht eenen Kopp machen, wenn die klügsten Köppe der Stadt nicht mal ne Boje schwimmen lassen könn?


Das müssen sich die Lehrer vonner IGS „Willy Brandt“ uffe Stelle zu Herzen jenommen ham. Ab sofort drillen die die Machdeburjer Jenies von morjen, dass die länger als eene Doppelstunde dicht bleiben. Dass tut manchmal untenrum zwar bissel weh, wie die Woche eene Schülerin erleben musste. Obwohl die janz dringend uffn Lokus musste wie einst Fliejentutenheinrich bei Dünnpfiff in Luisenpark flitzte, durfte die sich nicht erleichtern. Die Lehrerin blieb knallhart. Wo kommen wir ooch hin, wenn die Jurend von heute mit ner Pionierblase  durchs Leben jeht. Man kann nicht früh jenuch lernen, wie man die Schließmuskeln zusammenkneift.


Verlustreich waren die letzten Monate ooch für die Machdeburjer Tierwelt. Noch nie durften die Machdeburjer Jäjer so ville und so oft mit ihren Flinten durch die Wallachei scharwenzeln wie diesjahr. Und die Ballerei ist immer noch zu wenich, tut Oberjachdmeister Jerdchen Petzoldt saren. Wenn nicht noch mehr Wild zum Abschuss freijejeben wird, ist Ostelbien balle mehr Tierpark als Wohnidylle. 316 Wildschweine, 269 Schwarzwilder, 292 Rehe, 77  Waschbären und 34 Nutrias ham die letztes Jahr umme Ecke jebracht. Und damit uns nicht uffn Weihnachtsmarcht ne Horde Eichhörnchen beklaut  oder ne Rotte Wildschweine durch Karstadt rammeln, muss noch mehr jeschossen wern. Ville mehr. Meint Flinten-Jerd.


Wenn er mit seinen Kumpanen unsere Parks kahl ballert, denn bin ich aber froh, dass es so Leutchens wie unsern Willi jeben tut. Der hat zu seinem „80.“ im Januar keen Schnäpsken mehr haben wollen und die Jratulanten um paar Piepen anjebettelt. Hat sich verlohnt: Janzenjahr 7560 Euronis ham se dem Polte in Strump jesteckt. Reichte für 30 Bäume. Wir sollten alle uff Jeschenke verzichten, damit unsere Stadt nicht ne Wüste für Baufredis wird.



3.6.2018

Rumjejrackelt

Juten Tach Kinnings,


die Affenhitze macht nun sojar den Arbeitslosen zu schaffen. Immer wenijer wollen noch inner Platte jelangweilt vor sich hinschwitzen, desderwejen die Arbeitslosenquote im Mai mit 7,7 Prozent so kleen wie noch nie war. Dafor waren die Tarestemperaturen noch nie so hoch: Mit ibber 18 Jrad tut der Mai 2018 sojar den Mai von 1889 schlaren. Damals ham die Leutchens jeschwitzt wie der Dickste am Jießereiofen. Heute looft dich der Schweiß schon den Rücken lang runter, wenn du mal mit der Fernseh-Fernbedienung rumjrackelst. Selbst der faulste Hund jeht libber uff Schicht inner klimatisierten Firma als sich von RTL II den janzen Quatsch mit Soße rinzuschieben. Von der Seite betrachtet, kann es nicht warm jenuch sein.


Die Stadt tut ooch schon vorbeujen und hat letzte Woche een Ruderboot uffn Barleber zu Wasser jelassen. Damit ham se ne jelbe Boje uff Machdeburchs blauen See jeschippert, wo die Boje das Blaualjen-Uffkommen so haarjenau uffzeichnet wie unser Ordnungsamt die Parksünder. Die jeht keener durch die Lappen. Und weil das mit dem Blumenjießen in diesem Brutkasten so nervig sein tut, sammelt die Stadt allmählich die Blumenkübel im Stadtjebiet in. Eijentlich hatten se jehofft, dass das keener mitkriejen tut. Aber die Stalker aus der Karl-Marx-Siedlung ham schon beim Kübeluffbau 2006 im Urin, dass die Dinger mitten uffen Ahornwech eines schönen Tares Flüjel kriejen. Jetze, 12 Jahre später, hat sich ausjezahlt, dass immer eenner aus der Siedlung uffer Lauer liejen tut. Sofort ham se die Stadt Licht ans Rad jemacht. Doch die meint, dass nicht nur die Blumen injehn, sondern och Radler jefährlich lehm, wenn se immer um die Kübel drumherum karriolen müssen.


Hat sich ja nun erledigt, die fünf Kübel sollen woll als Swimmingpools am Neustädter und am Barleber unterkommen. Falls die Blaualjen widder zuschlaren.


Zujeschlaren hat beim Abklingeln der Zehntklässler im Stadtpark keener. Jedefalls nicht mit der Faust. Dafür das Ordnungsamt. 143 Pullen Schluck ham die bei der Kontrolle von 830 Kids beschlachnahmt. War’n wir früher eijentlich ooch so ne Schluckspechte? Uff der Weihnachtsfeier vons Amt dürfte es an Eierlikör nicht hapern. Womöchlich sind beim Abtransport übbern Hassel een paar Pullen uff die verrückte Weiche jekracht, die ständig kaputt ist. Die ist seitdem so durch ‘n Wind, dass se als „@weiche39“ jetze twittert. Neulich war se „eher so links“, vor paar Tare fragte sie, ob es bei uns „untenrum auch immer so vibriert“. Fehlt nur noch, dass sich zweie vom Ordnungsamt beim Revierjang um Hassel unterhalten. Sagt einer: „Mann, hab’ ich einen Hunger!“ Der andere: „Dann iss doch eine Schiene!“ Antwort: „Die ist  doch so hart!“ Rückantwort: „Dann wart’s ab, da vorne kommt ‘ne Weiche!“




27.5.2018

Schwarm vom Ordnungsamt

Juten Tach Kinnings,


is noch jar nicht richtich Sommer, aber mich wird schon Angst und Bange vor die heißen Tare. Wo sollen wir bloß rinhüppen, wenn der Planet brennt und wir uff unsern Deetz (*1) die Spiejeleier von Bauer Völcke braten können? Wo doch die Woche schon der zweete See wejen die Blaualjen-Schwemme dichte ist. Am „Neustädter“ ist nu jenauso ville von das Jelumpe drinne wie am „Barleber“. Een Kumpel von mich uff Arbeet war drinne. Als er willer rauskam, hat der jeleuchtet wie ne LED-Lampe mit Clubfarbe und sah aus wie’n Streuselkuchen.


Da kannste doch bloß noch zum lieben Jott beten, dass sich Strabag und Hochtief vor Jerichte nich uff eenen Nenner kommen - und desderwejen die Zoll- und Ebertbrücke von alleene inkrachen tut. Wenn da een Abjrund ist, denn darf der vor die Sommerhitze kochende Ottone ohne Ufflaren inne Elbe hüppen dürfen.


Allerdings schwant mich, dass iberall wecke vom Ordnungsamt rumhängen und jeden inkassieren, der sich uff das Elbebadeverbot een Ei pellt. Denn die vom Ordnungsamt ham entweder nen neuen Schichtplan oder een janz jewaltijen Anranzer von janz ohm jekriegt. Bis Pfingsten war doch von die wochentachs ab 16 Uhr nüscht zu sehn, freitachs ab eins hat da eh jeder seins jemacht und Wochenende war immer schicho (*2). Aber eener muss im Amt neue Saiten uffjezoren ham. Seit Pfingsten krauchen die spätabends in die Machdeburjer Kneipen rumher, saufen nüscht und lassen sich stattdessen Papier zeijen. Und wehe, ehm tut een Wisch fehlen! Denn machen die uffe Stelle den janzen Laden dichte. Jleich für’n paar Wochen, muss sich ja verlohnen (*3). Davon kann der Kneipier ins Rayonhaus von Stadtfeld een Lied von singen.


Ich werde heute Abend unser bienenfleißijes Ordnungsamt ooch jleich mal uffe Probe stellen. Wenn mein Nachbar seine Schrottkarre willer ohne Behindertenparkkarte uffn Behindertenparkplatz karrt, denn klingel ich da mal durch. Wo die vons Amte doch jetze wie im Rausch malochen... Da komm die doch mit voll Karacho zu mich anjebraust und lejen den seine olle Mühle uff der Stelle still. Uff den seine verdatterte Lawwe (*4), da freu ich mich jetze schon. Und wenn die eenmal hier sind, denn jare ich die jleich weiter in Park umme Ecke. Da hat doch jeder Zweete seine Töle nicht anjemeldet. Ob die jeden ohne Hundemarke ooch dichte machen?


Ich hoffe allerdingens, dass sich die Arbeitswut unserer Ordnungshüter nicht an meinem Eismann umme Ecke abarbeiten tut. Der hat bestimmt keenen jefragt, ob er den Jehwech mit Tisch und Stühlen vollkrachen darf.


Was mach ich nur, wenn se dem uffe Schliche kommen? Denn kannste dich in Hitze-Burch doch nirjends mehr abkühlen: Aus unsre Seen wern wir von Blaualjen verjrault, inne Parks fallen die Laubholzbockkäfer mit die Schlitzooreen ibber uns her, an Brücken haun se alle Bäume wech und in Rothensee darfste das Maul jar nicht mehr uffmachen! Die ham da so ville Fliejen, dass sojar das tapfere Schneiderlein das Handtuch jeworfen hat.


Wie jesagt: Die einzijen, die was mit dem Fliejeralarm aus Rothensee anfangen können, sind die Wieselflinken ausm Ordnungsamt. Die wissen jetzt, wie man jeordnet im Schwarm infliejen tut ...


Kodderschnauzes Lexikon:

*1) een uffn Deetz kriejen – einen auf den Kopf/Deckel bekommen

*2) jetze ist schicho – jetzt ist Schluß

*3) muss sich ja verlohnen – es muss sich lohnen

*4) Lawwe/Labbe - Gesicht

Der nicht ganz ernst gemeinte Wochenrückblick aus der Ottostadt Magdeburg erscheint (fast) jeden Sonntag im Magdeburger General-Anzeiger. Nachfolgend die aktuellen Veröffentlichungen.